Marke Deutschland / Love Brands / Agentic AI
Shownotes
In dieser Folge beantworten die Gesellschaftsforscher und Psychologen Thomas Ebenfeld und Dirk Ziems im Gespräch mit Medienexperte Marzel Becker folgende Fragen:
- Marke Deutschland: Fehlt uns ein positives Zukunftsbild?
- Love Brands: Wie emotionalisieren Marken uns?
- Agentic AI: Was geschieht, wenn KI für uns entscheidet?
Produziert wird der Podcast vom Kölner Medienbüro MAASS·GENAU.
Fragen, Anregungen, Kritik unter: kontakt@dasmarktpsychogramm.de
Studien und Infos unter:concept m
Mehr Infos zur aktuellen Folge auch bei „markenartikel. Das Magazin für Markenführung“:
Transkript anzeigen
00:00:03: Das Marktpsychogramm, Menschen marken Medien.
00:00:09: Mit den Psychologen und Gesellschaftsforschern Thomas Ebenfeldt
00:00:12: und Dirk
00:00:13: Ziems vom Institut Konzept M präsentiert von
00:00:17: Medienexperte
00:00:18: Marcel Becker.
00:00:21: Heute kommen wir euch mit folgenden Schlagwörter Hoffnung Gefühle verstehen Und daraus werden folgende Themen was Deutschland gerade fehlt was Marken unbedingt wollen und was künstliche Intelligenz immer besser kann.
00:00:36: Drei Themen, aber eine Frage die bei diesem Podcast immer über allem schwebt – Was bewegt Menschen wirklich?
00:00:43: Und los geht's!
00:00:47: Deutschland steckt seit Jahren im Krisenmodus.
00:00:50: Pandemie Krieg Inflation Migration Die Liste ist Endlos und Bei vielen Menschen herrscht das Gefühl vor also unser Land bekommt seine Probleme so gar nicht auf die Reihe.
00:00:59: Ein politisches Ergebnis dieser Multikrisen erleben wir gerade mit dem gewaltigen Aufstieg der AfD, aber wahrscheinlich auch mit dem ziemlich gewaltigem Aufstieck der Linken in Berlin.
00:01:09: Und jetzt kommt eine These die fast schon verdächtig einfach klingt!
00:01:13: Vielleicht fehlt Deutschland vor allem ein positives Zukunftsversprechen.
00:01:18: Weniger – Wir müssen sparen länger arbeiten sondern mehr….
00:01:22: Da wollen wir hin und darauf könnt ihr euch freuen.
00:01:24: Dirk und Thomas, ist das jetzt wirklich so einfach wie ich mir das eben zusammengereimt habe?
00:01:28: Oder ist es am Ende dann doch nur Marketing- und Politikergestanze was wir ja alle nicht mehr ertragen können.
00:01:34: Also was wir nicht brauchen ist einfach mehr so ein Optimismus, mehr Pathos oder eine neue nationale Werbekampagne.
00:01:42: Ich glaube die Ampel hat schon ausreichend probiert auch immer diese Argumente.
00:01:47: Wir müssen das wieder besser erklären.
00:01:49: Sondern was wir seit vielen Jahren ja sagen, zentral ist das die Leute wieder so die Erfahrung machen.
00:01:55: Da verändert sich tatsächlich etwas, da ist was Wirksames.
00:01:58: Das haben immer die kleinen Schritte, die spürbar sind also sowas wie Wirksamkeit dass sich tatsächlich was bewegt und das funktioniert halt nicht.
00:02:06: Ja ich würde es auch so sehen, dass die Zeiten wirklich sehr schwierig sind Und dass es auch Transformationszeiten sind wo man nicht so genau sagen kann was daraus kommt.
00:02:17: insofern kann ein positives Zukunftsversprechen auch schnell ein falsches Versprechen sein.
00:02:22: Dass man irgendwie sagt, das können wir erreichen und das werden wir erreichen.
00:02:26: Und die Aussichten sind halt auch ein Stück weit ungewiss.
00:02:31: Das positive Zukunfts- versprechen brauchen wir unbedingt!
00:02:34: Also es verbindet mehr Dinge als nur so dass wir jetzt sagen, jetzt haben wir wieder eine gute Stimmung und wir gucken alle mal nach vorne ist ja manchmal auch so.
00:02:41: dann wird gesagt Es läuft doch eigentlich alles super und warum reden wir das Land?
00:02:45: So schlecht und so weiter.
00:02:46: nein Ein positives Zukunftsversprechen muss ja mehreres miteinander zusammenbringen und verdichten.
00:02:52: Das ist auf der einen Seite eine Richtung, wo geht es überhaupt hin?
00:02:55: Also wo wollen wir überhaupt
00:02:56: hin?!
00:02:57: Das wissen gerade viele nicht!
00:02:59: Das Zweite ist dazu gehört auch immer ne Zumutung – die Zumutungen werden aktuell vermieden.
00:03:04: das ist nicht nur durch die Wahlen unsere Angst abzustürzen sie sind alle in der Schockstarre durch die schlechten Ergebnisse also die Parteien der Mitte.
00:03:11: Dann muss dazu kommen, dass man auch irgendwie neben der Zumutung dann aber auch eine konkrete Verbesserungen erfährt.
00:03:18: Wenn ein Riesenfeld der Bürokratie wo man wahrscheinlich den Leuten so viel abnehmen kann und dann resultiert er im Idealfall so ne Handlungsfähigkeit raus nur wenn diese Dinge zusammenkommen sagen die Leute es lohnt sich jetzt so einen schwierigen Weg zu gehen.
00:03:32: Aber dann mein konkretes Beispiel genannt, weil all das letzte Zukunftsversprechen an, dass ich mich jetzt erinnern kann.
00:03:38: Mal abgesehen von Jürgen Klopp auf seiner schon fast legendären Einführungspressekonferenz Wir schaffen das Angela Merkel.
00:03:44: Das war ja positiv in die Zukunft gerichtet.
00:03:47: Würdet ihr sagen, das kannst du dir heute gar nicht mehr erlauben?
00:03:50: So einen simplen Satz.
00:03:51: oder sagt ihr, das geht schon in die richtige Richtung?
00:03:54: Also gerade dieser Spruch der ist sowas von verbraucht.
00:03:57: also wir schaffen das hatte ja Kraft Weil es so eine Aufgabe und dann wir schaffen, Vertrauen und Handlungsfähigkeit.
00:04:04: Was schön verdichtet war eigentlich ein guter Spruch.
00:04:07: Heute würden alle fragen was soll man denn schaffen?
00:04:09: Wer soll das schaffen?
00:04:10: Was kostet das?
00:04:11: Und wo führt uns das hin.
00:04:12: also der spruch ist natürlich verbraucht weil er gekoppelt ist an das migrations thema.
00:04:16: Zwei tausend fünfzehn heute muss etwas hinzukommen Nämlich so etwas wie damit kommst du auch wieder voran.
00:04:24: also so Es muss mehr Einlösbares, potenzielles Versprechen mit schwingen.
00:04:29: Ja also wir schaffen das wäre jetzt auch zu oberflächlich für unsere Zeit weil es ja gerade diesen großen Zweifel gibt ob wir die Ressourcen haben oder innerlichen ressourcen.
00:04:42: Also es ist eher so eine Zuversicht gebraucht wird zu sagen ja da is genug Kapazität auch mal an die Strukturen ranzugehen.
00:04:53: Es müsste auch erst wie Thomas auch gerade sagte, Bürokratieabbau der seit Jahrzehnten gefordert wird das da auch wirklich was mal sichtbar für die Menschen erlebbar wird.
00:05:03: also nicht mehr Ankündigungen sondern einige kann auch symbolisch sein gut durchgeplante Aktionen die so zeigen da kommt Probeweise mal etwas in Bewegung.
00:05:14: war das denn mit den blühenden Landschaften so?
00:05:17: Da gab es ja auch ein Versprechen, was tatsächlich dabei rauskommen soll.
00:05:20: Es war nicht nur in die Zukunft gerichtet, sondern sehr positiv und es war auch ein Bild, das vermittelt wurde.
00:05:26: Ja also das war eine ganz andere Zeit Helmut Kohl, die Wiedervereinigung, diese ganze Volksbewegung der damaligen DDR und so einen Ausblick.
00:05:37: jetzt kommen wunderbare Jahre, die möglich werden wenn die Nation zusammenwächst.
00:05:42: aber jetzt haben wir kulturell ne ganz andere Lage.
00:05:46: Wir haben viele Interessensgruppen, jeder ist auch in seiner eigenen Medienrealität.
00:05:51: Da misstraut man so eine Losung die so oberflächlich ist.
00:05:56: jetzt wachsen alle zusammen Jetzt geht's los und bald geht es besser.
00:06:00: Das ist glaube ich entscheidend was du sagst diese zersplitterte Wirklichkeit mit tausend Interessenschrubben.
00:06:05: also Deutschland war ja kulturell nie so eine radikale Risikogesellschaft wie der USA dieses Try and Error eingebrannt.
00:06:15: Das wird gemacht, das ist disruptiv die sind schneller.
00:06:17: aber wir sind auch nicht so ein gesteuerter Staatskapitalismus wie die Chinesen wo von oben herab autoritiert das durch sondern Deutschland war immer davon geprägt ordnungspolitisch gerahmte Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung.
00:06:31: was konnte die Deutschen gut verhandeln?
00:06:33: Stabilität So was wie dieses Aushandeln und diese Art, wie wir Fortschritt verhandeln das ist komplett zerbrochen.
00:06:41: Das ist ins Banken geratet weil die Mitte schrumpft, die Ränder wachsen es gibt Brandmauern Unvereinbarkeiten Und Es wird halt einfach nicht mehr debattiert.
00:06:50: Die geben sich nicht mehr mehr die Hand wenn sie sich sehen.
00:06:52: das heißt dass was Deutschland stark gemacht hat Stabilität Ordnung Verhandlung gemeinsam zu guten Lösungen finden.
00:06:59: Das findet so nicht mehr statt, deswegen funktionieren auch die Einfühlen der Appelle nicht.
00:07:02: Wir müssen uns kulturell fragen wie wollen wir Fortschritt überhaupt wieder verhandeln?
00:07:07: Was sonst werden die Reformen nicht gelingen?
00:07:09: und wir sind weiter in diesem ja versackten Trägenzähnen.
00:07:15: Ja ich wird auch genau daran anschließen.
00:07:18: Thomas Ich sehe da so zwei Politikbilder im Aushandeln oder Zukunftsgestalten.
00:07:23: das eine ist das traditionelle so der demokratischen Parteien der demokratische Mitte.
00:07:29: Da geht es um Kompromisse, da geht's darum dass man gucken muss welche Interessenslagen müssen vermittelt werden.
00:07:35: Da kommt man darauf das Grundlagen im System komplett falsch gelagert sind.
00:07:39: dann müsste man also grundsätzlich aufräumen schon wie ich das erzähle alles anstrengend Alles auch so dass man da nicht durchblickt dass sich schnell verstrubbelt und nicht weitergeht.
00:07:51: Hier sehe ich so die Wände, auch warum die Ränder so stark werden.
00:07:55: Weil sie bieten ein viel einfacheres Zukunftsbild an.
00:07:59: das sind halt die einfachen Lösungen.
00:08:01: es ist auch jetzt in der neuen wendung wie die afd sich präsentiert hat mit holmen und Das ist so ein gemeinschaft gefühl was positives was die anbieten.
00:08:13: Deswegen diskutieren ja auch die großen Verfassungsrechtler, die Fabio oder Kirchhoff, dass wir strukturell wahrscheinlich das auch mal betrachten müssen.
00:08:20: Weil sonst bleiben alle Narrative, alles Storytelling und alle Emotionen, die aufgemacht werden... Wenn es nicht in der Handlung führt und eine Wirksamkeit ist das alles nur so ein Vertrösten!
00:08:31: Die ganze spätere Ampelzeit war ja auch wie so ne fortgesetzte Vertröstung.
00:08:35: Es wäre irgendwie besser da kann das versprechen auf so einer Aufbruchsfigur wie Friedrich Merz wo man dachte der regiert durch.
00:08:41: Und jetzt merken wir auch, das ist so strukturell gelähmt alles, dass auch das wieder irgendwie zu Scheitern
00:08:47: droht.".
00:08:48: Das bleibt alles nur Verwaltung?
00:08:49: Ist Verwaltung des Status Quo oder man kann doch sagen Verwaldung der Reformunfähigkeit.
00:08:55: Ist dann nicht auch das allergrößte Problem, dass die Menschen im Gegensatz vielleicht zu früher – da hat man immer gedacht naja die da oben, die werden schon das Richtige machen – dieses Vertrauen ist doch komplett verloren gegangen!
00:09:06: Ist das nicht unser größtes
00:09:07: Problem?!
00:09:08: Ja, der Vertrauensverlust ist ja mehr so ein Resultat von dem das die Politiker, die in den bisherigen Modus des demokratischen Aushandelns operieren.
00:09:18: Dass sie nicht weiterkommen und dass sich verstrubben.
00:09:21: Das sieht schon letztlich die dritte Regierung, die nicht weiter kommt auch wenn man den Kanzler wechseln würde was immer passiert.
00:09:29: Das ist eine große Wahrscheinlichkeit, dass der nächste Kanzlerin diesem Modus auch nicht weiterkommt.
00:09:35: Wir haben es ja, in Italien war das ja ein Beispiel.
00:09:37: Ich weiß nicht wie viele Wechsel die hatten und hatten die kurzfristig halt eine Fachregierung mit parteifremten Experten.
00:09:44: also ich glaube vor Miloni war das noch.
00:09:46: Die Frage ist ja Wie kommt man wieder in so einer Handlungsfähigkeit?
00:09:49: da kann man das Vertrauen auch wieder herstellen?
00:09:51: Also Das ist glaube ich nicht unbedingt das Thema weil Deutschland stand immer für eine Stabilität von der Ordnung für eine Kompromissfähigkeit Und wir sehen ja auch dass die Mitte ja schon noch ringt dass die aber natürlich auch irgendwie zerrieben wird und sich selbst irgendwie lähmen.
00:10:04: Und deswegen diskutieren wir in den letzten Wochen auch wieder das Thema Führung, also... Wir haben es ja bei Klopp gesehen!
00:10:11: Da waren ja alle begeistert bei der ersten Konferenz.
00:10:13: Das ist ja so eine neue Halsfigur.
00:10:15: Ich glaube wenn man denen jetzt zum Bundeskanzler machen würde, dann sette er auch erst mal kurzfristig ein Effekt.
00:10:21: Deswegen wird in so komplexen Zeiten tatsächlich das ThemaFührung wichtiger und das Aushandeln der Kompromisse und so Es wird die Aufgabe sein.
00:10:28: Ja, es gibt diesen berühmten Soziologen Max Weber.
00:10:31: Der sprach das gerade in diesen Krisenzeiten der charismatische Anführer gebraucht wird.
00:10:36: also das ist jetzt genau das Bild von dem Klopp und es ermangelt halt den Politikern in der Mitte sehr stark an diesem Charisma.
00:10:45: Das würde ja bedeuten, wenn dann einer daherkommt mit Charisma.
00:10:49: Möglicherweise hat ja Frau Meloni auch ein gewisses Charisma, weil es so lange wie sie hat in Italien noch keiner seit dem Zweiten Weltkrieg regiert.
00:10:56: und auf der anderen Seite haben wir jemanden wie Jürgen Klopp, der im Fußball für Aufbruchstimmung sorgt und das Wort Patriotismus übrigens neu definiert.
00:11:03: Plötzlich wünschen sich die Leute einen charismatischen Führer wobei das Wort Führern immer in Deutschland ganz vorsichtig sein aber ich habe neugierig in irgendeiner Kolumne gelesen.
00:11:12: eigentlich wünscht sich nur jemand wie Helmut Schmidt.
00:11:15: Helmut Schmidt steht sicherlich für dieses Bild vom Staatsmann und Staatsmännischen, in der sich das einer war.
00:11:23: Der hatte unglaublich große Kompetenzen und offenbar hat man ihm durchblickt zurückgetraut.
00:11:29: Er hatte auch eine Fähigkeit zu handeln, auch in der Krise zu handelen – da waren ja die großen Krisen in den Siebzigerjahren – was in Bewegung zu bringen.
00:11:38: Und er konnte sich mit seinen Zielen durchsetzen.
00:11:42: Da ist sicherlich jetzt ein Mangel auch, sicherlich auch die schwierige Kanzlerfiguren mit Scholz und Merz gewesen.
00:11:50: Ich würde aber hier eine große Unterscheidung machen wollen zwischen eben jetzt Anführer-Typen wie Trump oder auch Farage oder auch Boris Johnson mehr so unernste Politikatypen, die eigentlich ihre Karriere auf PR Tricks basieren die nicht wirklich für ein Konzept stehen, sondern mehr doch für etwa stehen wie eine Sammlungsbewegung zu schaffen.
00:12:16: Aber alles letztlich auch um wenig substanzielle Themen.
00:12:21: Die Leute wollen ja nicht vielleicht nur diesen populistischen Knall und in Social Media also die harten Botschaften... Also sie wollen nicht Härte!
00:12:29: Sondern wofür der Helmut Schmidt stand.
00:12:31: das war mal so ne Erwachsene, intellektuelle Urteilskraft.
00:12:36: Der entschieden hat, der Verantwortung übernommen hat... ...der sich vielleicht im Zweifel einmal gegen seine Partei gestellt hat,... ...der unpopuläre Entscheidungen getroffen hat in der großen Krise und trotzdem dazugestanden hat.
00:12:48: Also ihnen hat man zugetraut Anscheinungskraft- und Verantwortungsfähigkeit.
00:12:54: Und das ist glaube ich, weswegen wir Ihnen so als noch handlungsfähig erlebt haben!
00:12:59: Ja und das ist was wir brauchen, Staatskunst statt Kindergeburtstag.
00:13:03: Und ich komme jetzt auf die AfD und diesen Aufstieg.
00:13:06: oder bei den Linken sieht man ähnliche Sachen... Da schafft man ein Gemeinschaftsgefühl?
00:13:11: Das sind die ganz Großtrennen!
00:13:12: Die schaffen auch gute Laune mit so einem Treffen dass sie mit diesem Simson-Mopads da Ostergie feiern und abfeiern und da entsteht dann Auch so eine regressive Stimmung bei den Menschen.
00:13:25: hier erleb ich so ne Geborgenheit.
00:13:27: Da sind wir endlich mal in einer Identität zu Hause, da wird alles kritisch ausgeblendet.
00:13:34: Da war es die DDR dann eine wunderbare Zeit gewesen, eine tolle Erfahrung für jeden.
00:13:39: Und dass da ein Unterdrückungsstaat herrscht ist wie weggeblasen.
00:13:43: Da wird alles vereinfacht auf zwei, drei Themen.
00:13:46: die muss man nur fixen dann geht die Welt weiter.
00:13:49: also der Populismus schafft halt so einen Regressionsangebot wo die Menschen in einfache Bilder einsteigen und so ein Gemeinschaftsgefühl haben was aber auch nicht weiterführt.
00:14:00: das ist ja das große Problem.
00:14:01: wir haben heute so eine hohe Komplexität und wir spüren so ne Demokratie die wir alle schätzen und wollen.
00:14:08: Die ist halt super langsam, es kompromisshaft immer föderal.
00:14:13: Wahlen können Dinge ausbremsen und manchmal auch widersprüchlich.
00:14:15: so.
00:14:16: Und in den Zeiten, in denen wir jetzt sind.
00:14:18: In gefühlten Zeiten des Abstiegs oder so wirkt das wie eine Schwäche und deswegen sind diese einfachen autoritären populistischen Angebote psychologisch so stark weil das sind ja Scheinrichtungen die da versprochen werden oder klare Handlungen wären so vorgegeben.
00:14:33: Die haben noch nicht ausgelöst in klare Zugehörigkeiten also.
00:14:36: die schaffen dann Ersatzstabilität durch identitäre Angebote beispielsweise.
00:14:41: Und vielleicht müssen wir wieder mehr Werben auch staatsmännisch für das, was die Demokratie auch langfristig erhält.
00:14:47: Dafür braucht es aber unbedingt Wiederhandlungsfähigkeit und Wirksamkeiten!
00:14:51: Das Erste, was man machen muss sind jetzt so gesetzte Bürokrative radikal abgebaut, dass die Leute irgendwas spüren, dass wieder das Vertrauen in diesen Staat entstehen kann.
00:15:00: Der kann nur entstehen wenn die Leute merken hier wird etwas für mich vereinfacht.
00:15:04: Aber um mal dieses Thema abzurunnen, was wäre dann euer Vorschlag für einen Bundeskanzler?
00:15:10: Bei dem man auch immer bedenken muss der ist wie er ist.
00:15:12: Friedrich Merz ist einfach hier ist!
00:15:14: Der wird sich ja nun auch nicht mehr so groß ändern glaube ich jedenfalls nicht.
00:15:18: Was würdet ihr ihm denn jetzt fast schon persönlich empfehlen?
00:15:22: Wie müsste das zukunftsversprechen ungefähr ausformuliert sein?
00:15:25: weil es muss ja schon etwas Plastisches sein was jeder sofort versteht und möglicherweise auch weiter erzählen kann.
00:15:29: Und zweitens über welchen Zeitraum spricht man denn da auch?
00:15:33: oder sagt ihr Friedrich Merz, über dem brauchen wir gar nicht zu sprechen.
00:15:36: Da ist eh alles verloren!
00:15:37: Gibt ihr ihm noch eine Chance?
00:15:39: Ich glaube die müssen schon lernen besser zu erklären.
00:15:42: ich denke da an ein Politikatyp wie Rusweld mit den Kamingesprächen.
00:15:47: der hat sich dann in so einer Radio Show jeden Samstag hingesetzt und den einfachen Sprach erklärt was sind jetzt die Probleme der großen Rezession und wie kommt man Schritt für Schritt raus?
00:15:58: und wer hat das in der Form gemacht dass die Leute zuhören konnten?
00:16:02: er hat auch gut erklärt.
00:16:04: Ich glaube, das fehlt.
00:16:05: Vielleicht sind die auch zu sehr gefangen von der Tiktoklisierung der Politik.
00:16:11: Jeder muss da irgendwelche Szenen bringen und dass die da den Modus wechseln.
00:16:16: Die sollten auch dies erklären ist ganz, ganz schwierig!
00:16:18: Das darf nicht abgehoben sein, das darf nicht belehrend sein.
00:16:22: aber vielleicht gibt es in Zukunft auch Politikertypen, die das schaffen.
00:16:27: So ein Erneuerungsversprechen, dass man sagt wir erneuern was uns wirklich immer stark gemacht hat also kein hyperkapitalistisches System und auch keinen Staatskapitalismus wie in USA oder China.
00:16:38: Also diese deutschen Tugenden, die Präzision das pragmatische, das leistungsfähige, auch das ordnungspolitische dass das wieder erfahrbar wird.
00:16:47: Und ich glaube vielleicht schlage ja manchmal Juristen vor vielleicht so radikale Sachen.
00:16:52: man macht mal irgendwie eine komplette Legislatur kein einziges neues Gesetz sondern streicht nur massiv und so also dass man wirklich mal das Gefühl hat da wird auch was verändert und da ist etwas spürbar.
00:17:03: Also nochmal zu März, das ist aus einer Markensicht würden wir sagen wenn eine Marke so schwache Zustimmungswert hat oder so gefühlt erscheint dauert das Jahre das wieder zu drehen und aufzubauen.
00:17:14: Das schafft man in einer Legislatur nicht.
00:17:16: Ich glaube das einzige wäre ein radikaler Befreiungsschlag dass er sagt ich ziehe jetzt durch und zeigt die Führung stark, setzt das um ohne Rücksehaufverluste.
00:17:26: Also das, wofür viele ihn auch gewählt haben wirklich mal einmal diesen Reformschub ins Land geben und das Land wieder auf Vordermann bringen?
00:17:34: Vor allem wie?
00:17:35: Glaubwürdigkeit ist so stark beschädigt weil es gibt immer ankündige Und dann geschieht das Gegenteil und er macht den Eindruck dass er Sachen nicht so im Griff hat, dass ihnen da laufen was rausrutscht.
00:17:47: Das hat eine gewisse Unernstigkeit.
00:17:50: also auf einmal.
00:17:50: Er hat das damit der Krankenversicherung.
00:17:52: Und keiner weiß, wo kommt das jetzt her?
00:17:54: Weil er sich vorher da mit jemandem unterhalten hat.
00:17:57: und das ist genau diese Windigkeit die unser Land nicht gebrochen
00:18:01: kann.
00:18:05: Eigentlich kaufen wir Produkte weil sie etwas können.
00:18:08: Zahnpasta soll Zähne sauber machen ein Auto soll fahren Tonschuhe sollen bequem sein aber offenbar reicht uns das nicht.
00:18:14: Wir haben Lieblingsmarken zahlen für sie mehr und bleiben ihnen manchmal erstaunlich lange treu.
00:18:20: Emotional Branding soll genau das schaffen.
00:18:22: Aus einem guten Produkt wird eine Marke, die etwas in uns auslöst und im besten Fall dann dieses sogenannte, also dieses Buzzword sage ich mittlerweile schon fast Laughbrandt.
00:18:32: Die Frage auf die Thomas und Dirk jetzt hoffentlich eine Antwort haben lautet Kann man solche Gefühle für eine Marcke wirklich herstellen bzw erzwingen?
00:18:40: Aber vorher ne persönliche Frage an euch Welche Marke hat euch zuletzt überzeugt?
00:18:45: was habt ihr neu entdeckt und vor allem warum?
00:18:47: Das ist für uns als Marktforscher immer ganz schwer zu beantworten, weil wir so viele Marken zu tun haben.
00:18:53: Da sind wir auch ein bisschen abgebrüllt muss ich sagen.
00:18:56: also das ist immer so das Klischee.
00:18:59: Ich fand halt vor vielen vielen Jahren Apple ganz gut inzwischen auch gar nicht mehr Weil es zuberechenbar ist wie man dort in dieses Gefängnis eingesperrt wird dass man immer nur die Appelsachen kaufen kann und alles dann irgendwie schrecklich teuer wird.
00:19:15: Dann komme ich nochmal zu meiner Ursprungsfrage zurück.
00:19:18: Kann man solche Gefühle für so eine Marke tatsächlich, wie im Labor oder am Reisbrett planen?
00:19:25: Und ich setze dann mal einen Klammern hat das Apple vielleicht sogar versucht und geschafft.
00:19:29: Und kann man denn so ein Produkt dementsprechend auch herstellen und an den Markt bringen?
00:19:33: also richtig geplant So soll es sein und dann werden alle es lieben!
00:19:38: Man kann dem nahe kommen.
00:19:39: Wir kommen ja aus der Psychologie der Morphologie die Versucht Dinge ganzheitlich zu betrachten gesagt, eigentlich diese alte Psychologie zu denken fühlen wollen.
00:19:48: Und Professor Saarberg hat mal gesagt, Emotionen sind so ein Begriff für das seelisch Obdachlose also alles was man nicht gelabelt bekommt da klebt eine Emotion drauf und so.
00:19:58: Was uns beschäftigt wir leben ja in einer Kultur die so Emotion enorm aufgewertet hat.
00:20:04: Das hat damit zu tun dass wenn der Hyperkomplexen schwer zu verstehen in Kultur sind und da fragen wir nicht mehr ist das richtig sondern fühlt es sich echt an Die Emotionen sind heute wie so ein Frühwarsystem, kann von Überforderungen entlasten oder kann auch eine Orientierung geben und so weiter.
00:20:23: Und wir glauben dass das ja gut ist wenn man auch was verspürt und wenn man einen Bauchgefühl hat.
00:20:28: aber wir glauben manchmal dass dieses Bauch gefühlt dieses emotionale auch völlig überbewertet wird und dass dadurch auch sowas wie Ratio-Werte aushandeln und sowas auch manchmal zu kurz kommt.
00:20:41: also Was da letztlich eine Rolle spielt.
00:20:43: Alles wird diesen Gefühlsnummern unterworfen?
00:20:47: Ja, genau Thomas!
00:20:48: Da ist so ein gewisse in unserer Kulturgefühlstoselei die Emo-Sprache So fühl ich.
00:20:54: und soweit man da so fühlt sich hat passiert da was Und das hat auch so einen kurzfristigen Orientierungs Sinn dass man vielleicht zugleich schwingt und da kurzfristig etwas andockt.
00:21:07: aber Wenn du von Love Brands sprichst, dann ist das eine viel fundamentalere Bindung.
00:21:14: Das geht weit darüber hinaus, dass kurzfristige Emotionalität so mal angeschmissen wird.
00:21:21: und da lernen wir ja Marken können durchaus so etwas sein wie lang gewachsene Bezugsgrößen und die Menschen sprechen auch über die Marken.
00:21:32: wieso?
00:21:33: über Menschen mit denen sie vertraut sind, die sie lange kennen mit denen sie lange zu tun haben.
00:21:39: Also Love Friends schaffen es eben diesen Sprung zu machen, dass Sie diese Beziehungen auch aufbauen und das geht nicht am Reisbrett zu planen... Ja!
00:21:49: Das wäre ja die Frage wie schaffe ich das?
00:21:51: Wie wir da hinkommen?
00:21:52: also was Dirk gesagt gefühle kann man natürlich auslöse durch Bilder Szenen und so.
00:21:56: die Bilder berühren ja etwas unmittelbaren uns, bevor wir das auch denken können.
00:22:01: Aber so eine Bindung muss man verdienen und so eine echte Emotionalität der Bindung einer Marke kommt ihr auch durch Erfahrungen durch Bedeutung.
00:22:09: Wie kann man das letztlich machen?
00:22:10: Wir würden sagen, wir müssen die Gefühle kulturell verstehen.
00:22:13: Also was steht hinter einer bestimmten Sehnsucht nach einer Lebensfreude mit der man das Gefühl hat Man kann durchs Leben hindurchgleiten?
00:22:21: oder wie verändert sich eine Form von einem Spaß empfinden und so weiter?
00:22:25: Oder wie ist eine bestimmte Bindung zu verstehen?
00:22:28: Wenn man das kulturel versteht Kann man das bedeutungsvoll aufladen und entsprechend verorten.
00:22:35: Aber das muss dann natürlich in die Kategorie passen.
00:22:37: Ich habe da mal ein Beispiel, also DM.
00:22:39: Da gab es so einen Gründer.
00:22:41: der hat eigentlich mal gesagt Das ist schönes Beispiel für eine Lovecraft.
00:22:44: Eigentlich ist das hier an Drogeriemarkt Da wird's um Preise verkaufen Schnäppchen, Discount... Das hat der Schlecker gemacht Der ist pleite gegangen Wenn er euch noch erinnert.
00:22:53: DM hat aber gesagt Das war so der zentrale Satz Hier bin ich Mensch.
00:22:58: Also Die haben so'n Erfahrungsraum mit dem Drogerie-Markt bereitgestellt wo man auch so eine Beziehung zu aufbauen konnte.
00:23:06: Also für die jungen Mütter mit den Babys, da ist das ein bisschen Wellness von dem Stress alles in Pastell, alles so ein bisschen beruhigend.
00:23:16: und DM
00:23:17: ist
00:23:18: dann ein bisschen wie die ältere Schwester, wo man immer wieder hingeht, diese Wellness-Erfahrung stückweit macht.
00:23:26: und so entsteht dieses hier bin ich Mensch jenseits der Verkaufe.
00:23:32: Was wir auch daraus lernen aus diesem Beispiel, es geht darum schon dass die Marke im Innersten für bestimmte eine eigene Identität auch für Werte stehen muss.
00:23:42: Die wirklich auch gelebt werden, die auch in der Organisation bestehen.
00:23:45: nicht das man eine Agentur anreuert und die machen irgendeine Werbeoberfläche sondern das ist bei DM schon auch gelebts seit Jahrzehnten und das machen sie gut.
00:23:55: Da wäre ich jetzt auch nie darauf gekommen, dass man einen Drogeriemarkt mit Gefühlen.
00:24:00: Ich dachte immer, da geht mein Hinwald so praktisch und alles verfügbar.
00:24:03: Aber scheinbar ist es mehr!
00:24:04: Nein, das machen die sehr geschickt.
00:24:06: Wir haben ja auch einen Wandel im Marketing.
00:24:10: Da hatten wir dann die Funktional-Benefit und Rationalität.
00:24:12: Und über die Zeit kamen die Emotionen und die emotionale Benefit.
00:24:17: Irgendwann kam die Haltung und vielleicht ein bestimmtes Wognesversprechen, was man noch drauf gesattelt hat... Aber noch mal die Sachen haben wir untersucht.
00:24:26: Die große Verschiebung in unserer Zeit ist, dass wir die Emotionen, die früher privat waren unter Freunden und Bekannten mit dem eigenen Partner, ins Öffentliche gerückt.
00:24:37: Ins Zentrum von Kultur, Konsum, Medien und Politik.
00:24:40: Selbst die Politik redet über die Gefühligkeit.
00:24:42: Wir müssen sie abholen.
00:24:43: Es ist natürlich wichtig, sonst kann ich nicht das machen!
00:24:47: Und dadurch sind für viele die Emotion heute so ein Echtheitsbeweis.
00:24:52: Wenn ich das fühle, dann wird das schon richtig sein und dann wird es auch inszeniert und dann sind das manchmal Gefühlshülsen.
00:24:59: oder die Kehrseite der Emotion ist immer der Kitsch ne?
00:25:02: Das weinerliche oder gefühlig vorgetragen.
00:25:05: und natürlich besteht für Mark eine riesen Chance denn wenn ich schaffe diese Resonanz zu erzeugen, dann schaffe ich eine Orientierung die darüber hinausgeht.
00:25:14: Ich schaffte Bindung, ich schaffen Halt Und die Gefahr ist aber Wenn die Emotionen für viele dann letzte Wahrheit sind, ist das vielleicht ein bisschen wenig nachher um auch Urteile zu treffen.
00:25:26: Wo sind die Werte?
00:25:27: Wo ist ein Herz das vermittelt?
00:25:28: Wo is der Kopf denn mitdenkt und so... Und da ist so ein Grund warum ich mich ein bisschen darauf gestürzt seit.
00:25:32: diese Vereinseitigung dieser Gefühligkeit auch, dieser Emotion.
00:25:37: Da muss man glaube ich ganz genau hinkucken weil wir merken heute in Zeiten Marken brauchen auch Substanz, auch faktische Versprechen.
00:25:45: Das gehört für uns zusammen.
00:25:47: Es muss auch eine zweite Seite sein!
00:25:49: Da komme ich jetzt nämlich ein bisschen ins Krübeln.
00:25:51: Ich wollte euch eigentlich als schlechtes Beispiel, wo man es mit den Gefühlen so übertrieben hat.
00:25:56: So eine Online-Banking Werbung mal ansprechen, wo du denn so jemand auf der Couch sitzen siehst mit seinem iPad in der Hand, der plötzlich, also denkst er hat im Lotto gewonnen?
00:26:05: So freut er sich und das ist eigentlich nur dass er sich einloggen konnte bei seiner neuen Bank.
00:26:09: aber nach dem Beispiel mit DM bin ich jetzt etwas vorsichtig Dirk!
00:26:13: Das erleben wir immer wieder, weil wir machen ja viel Werbeforschung diese angeklatschten Gefühle Das ist eine Form von Lautstärke letztlich.
00:26:21: Also, wie sie es dann jemanden jubeln oder wer hat mal so ne Phase?
00:26:25: Da fühlten sich die Versicherungen zu technisch und langweilig.
00:26:29: Da haben Sie Leute gezeigt, die auch da irgendwo springen und machen ein extremes Zeug.
00:26:35: Da ist aber die Frage Lautstärke.
00:26:38: allein das kann so kurzfristig Attention binden Aber der langfristige Effekt wirklich Vertrauen aufzubauen und Love Brands brauchen eben diese tiefe Vertrauensbeziehung.
00:26:50: Das kann man aber nicht erreichen, das zerstört man eher damit.
00:26:53: Dirk ist dann die erste Frage, die ich mir für mein neues Produkt stellen muss wie baue ich Vertrauen?
00:26:59: Das ist immer die entscheidende Frage.
00:27:01: also Vertrauen, Bindung, Beziehung und dazu gehört natürlich auch in der Hierarchie der Themen die man anspielen muss.
00:27:10: Irgendwann auch so etwas wie Identität erleben dass das dann sicherlich auch emotional werden kann.
00:27:18: aber nur Emotion ohne diese Vertrauensbasis funktioniert nicht.
00:27:23: eine Kampagne also was ich immer grandios fand wie die Emotionen erzeugt haben an die großen Nike Kampagnen damals Female Empowerment mit Serena Williams, wo die die Befreiungen zeigen.
00:27:34: Selbst der Corona-Zeit wird keine mehr dran denken.
00:27:36: Kraniosekampagnen auch technisch gemacht haben wir ganz häufig auch gezeigt.
00:27:40: Da bietet sich der Sport Höhenflüge und Abstürze und Scheitern und wieder aufsteht und so enorm gut dafür an.
00:27:47: Da funktioniert so eine Emotionalisierung supergut!
00:27:50: Ja es gibt verschiedene Grundbilder.
00:27:52: So ein Grundbild ist wirklich.
00:27:54: diese Marke ermöglicht dir individuelle Entfaltung.
00:27:58: Das sind ja so Vorbildenmarken, auch Adidas macht ähnliches.
00:28:02: Bei Nike ist ja dieses Just Do It das dir da gezeigt wird.
00:28:06: in dir stecken Potenziale.
00:28:07: die Marke bietet dir die Bühne, die Marcke bietet ihr den Raum wo du dir das alles entfalten kannst.
00:28:13: Es ist jetzt eine andere Facette um Beziehung zu gestalten.
00:28:18: wenn du dann nämlich da einmal bei Nike oder Adidas bist Da ist der Sport dann nur eine Schiffe, dafür so einen höheren Wert individuell für sich rauszukommen.
00:28:28: Diese Performance auch zu schaffen!
00:28:30: Dann gibt es bei den Love Brands natürlich andere Konstellationen da geht's mehr sowie bei DM oder in was so ne Mark wie ADAC, da gehst du um den sicheren Hafen.
00:28:40: Das ist also dieses immer so ankommen, so eine Art Zuhause.
00:28:44: Also es gibt verschiedene Facetten der Love Brands aber das sind ganz tiefe Bilder.
00:28:49: die haben wir jetzt natürlich jahrzehntelang studiert und Wir haben da auch natürlich eine gewisse Kunstfertigkeit Marken auch zu beraten.
00:28:56: in der Hinsicht
00:28:58: Die emotionale Stärke kann ja auch sein Ruhe Verlässlichkeit, eine Klarheit, eine Souveränität.
00:29:04: Das muss nicht immer dieses Euphorisieren sein oder diese unbedingte Nähe... Also wo der Versicherungsvertreter sich dann zum Versicherten daneben auf die Couch setzt in irgendeiner legeren Kleidung oder so.
00:29:18: Früher Herr Kaiser?
00:29:19: Ja genau!
00:29:20: Aber er hatte einen Anzug an.
00:29:21: Später glaube ich die Ergo hatte so ne Kampagne zehn Jahre her mit so Sobdarsteller.
00:29:25: Die kamen zu den Leuten rein und sagten guck mal hier machen Zahnersatz und sowas.
00:29:29: Aber ich sage heute, warum dies unbehagend auch ist.
00:29:31: Die Emotionalität ist ja auch immer so diese Währung dieser hyperindividualistischen, manchmal leicht nazistischen Gesellschaft da auch.
00:29:40: Und ich glaube, wir merken in diesem Wandel den wir auch haben wo wir vielleicht einen Mangel an einem Gemeinsinn haben.
00:29:47: Wo wir ein Mangel einer Verbindlichkeit haben, eine Mangel der gemeinschaftlichen Erzählung das vielleicht da auch die Rolle spielt wieder neben der Emotionalität auch weder weiß ich nicht im Wertegefüge das eigene Herz.
00:30:00: Das Herz ist ja immer das was zwischen Bauch und Kopf vermittelt so diese werte Ebene und deswegen war es ein Ausgangspunkt Überbetonung, jeglicher Emotionalität wo alles andere abgekappt wird.
00:30:13: Und das wollten wir noch mal gucken und man muss glaube ich als Marke das sehr genau positionieren wie man es dosiert in welchen Verhältnissen das auch ist.
00:30:22: Also ich werde jetzt definitiv bestimmte Produkte, die ich selber auch gerne benutze und bei denen ich auch feststelle dass sie für mich ein Synonym für diese Produktgruppe sind also wie Tempo oder Nutella.
00:30:32: Die werde ich mir natürlich jetzt im Nachhinein nochmal genauer angucken.
00:30:34: aber eins muss ich trotzdem sagen über Emotionalität was Sie eben beschrieben haben.
00:30:39: manchmal weiß man hinterher halt nicht was das Produkt eigentlich jetzt besonders gut kann.
00:30:44: es wird mir nur ein Gefühl vermittelt.
00:30:46: aber worum geht's eigentlich so ungefähr?
00:30:48: Es gehört nicht nur die Verführung durch Emotionen dazu, sondern auch andere Facetten wie Orientierung und Halt.
00:30:53: Gefühle werden ja auch in der Kommunikation durch bestimmte Codes gebracht also zum Beispiel Genuss.
00:30:59: da hat man immer so ein verzücktes Lächeln wie gerade irgendetwas ein Schokolade, ein Eis oder was es auch immer in den Mund geht.
00:31:06: Und wenn man dann diesen Jubelcode auf den Gesichtern hat das sind auch Gefühlen die sollen so transportiert werden.
00:31:13: Die sind austauschbar.
00:31:14: Man erinnert nachher nicht die Marke.
00:31:17: Das ist dann das typische Werbegefühl, was da mal wieder gezeigt wurde.
00:31:21: Was aber an jede Marke dran gehängt werden kann austauschbar.
00:31:24: und da haben wir eben eine Gefahr wenn wir nur von den Gefühlen kommen und der Kommunikation der Gefühle dass die Substanz fehlt.
00:31:31: Das war ja auch vor Jahren die ist ja durch die Decke gegangen Die Edeka-Kampagne mit Weihnachten wo älterer Mann quasi fingiert er sei verstorben.
00:31:41: Wir haben sie auch damals untersucht.
00:31:43: Die Leute haben geweint, sie waren berührt.
00:31:45: Und jetzt merken wir jedes Jahr, wenn Weihnachten kommen wird das Versuch irgendwie zu replizieren und dann ist es manchmal so ... Das wird dann draufgeklatscht irgendwie und Gefühl ist was anderes als eine Resonanz weil da ist auch immer wieder eine Substanz ein Austausch.
00:32:01: Viele Kunden haben auch Rewe und Edeka verwechselt.
00:32:04: Wenn man gefragt hat wer hat das geschaltet kam sehr oft die falsche Antwort weil.
00:32:08: Edik hat dann was Ähnliches gemacht, da sieht man eben auch die Gefahr der Austauschbarkeit.
00:32:17: Wir haben uns gerade daran gewöhnt dass künstliche Intelligenz uns im Grunde auf alles Antworten gibt.
00:32:23: jetzt beginnt offenbar die nächste Phase.
00:32:25: Die KI handelt mehr als selbstständig und trifft zunehmend Entscheidungen für uns.
00:32:31: Gleichzeitig zeigen aktuelle Untersuchungen, dass KI-Systeme manchmal erstaunlich eigene Wege gehen.
00:32:36: Wir haben das alle mitbekommen.
00:32:37: sie erfinden Informationen Sie verbergen ihre Fehler oder umgehen die Kontrollmechanismen.
00:32:42: also ein System hat angeblich sogar selbst Information ins Internet gestellt um sie anschließend als Quelle für seine eigene Antwort zu benutzen ist ja schon fast wieder menschlich und ausgerechnet die großen KI Entwickler beschäftigen sich deshalb inzwischen intensiv mit der Frage wie solche Systeme unter Kontrolle gehalten werden können.
00:33:01: Was passiert dann eigentlich, wenn wir das mal weiter denken?
00:33:04: Wenn immer mehr Entscheidungen nicht mehr wir selbst treffen.
00:33:07: Sondern die KI macht das im Grunde für uns!
00:33:09: Was passiert denn im Kopf mit den
00:33:12: Menschen?!
00:33:13: Wir erleben da jetzt natürlich wirklich eine stürmische Zeit und eine große Entwicklung.
00:33:18: der Historiker und Philosoph Arari hat das auf den Punkt gebracht.
00:33:22: Was ist neu an der KI?
00:33:24: Der Mensch hat sich bislang immer Werkzeuge geschaffen.
00:33:28: Aber die KI ist das erste, was nicht mehr nur ein Werkzeug ist sondern ein Eigenakteur.
00:33:34: KI kann selbstständig handeln und das hatten alle Werkzeugen bisher nicht so.
00:33:38: Bei diesem Aufbruch in diese agentische Agent heißt ja der Handelte die agentische, die handelnde KI.
00:33:46: Da kommt es jetzt eben dazu dass diese Agenten ein Stück weit auch ihr Eigenleben entwickeln.
00:33:52: so der Zauberlehrling Effekt, der jetzt aufkommt und darum ranken auch jetzt diese aktuellen Unfälle kann man sagen, auch größere Art sollen sich da ja ganze Agenten und Populationen bilden.
00:34:06: Also von ich sage mal den Viechern schließen sich zusammen und tauschen in einer Woche sieben Millionen Nachrichten aus.
00:34:14: also solche Fälle werden dann berichtet und das spricht natürlich das Unbehagen der Menschen sehr stark an und natürlich auch diese Zukunftsängste.
00:34:23: Und dieses Umgang ist dann ja so, dass die KI uns jetzt nicht mehr nur noch eine Entlastung bietet sondern immer droht in so einer Entmündigung zu kippen.
00:34:33: Weil die Fläch ohne mich entscheidet.
00:34:34: Also, früher haben wir das genutzt um fortzusortieren zu strukturieren uns was zusammenfassen zu lassen und jetzt delegieren wird dass Fragen deutungen Entscheidungen übernimmt die KI.
00:34:45: es verändert auch das sehen wir in Studien auch die Arbeitsweisen.
00:34:49: Früher haben die Leute kontinuierlich sagen mal zwanzig dreiß Minuten vielleicht einem Text gearbeitet geschrieben.
00:34:55: Heute ist das häufig so, man promptet oder gibt eine Anweisung an Claude oder Chatty.
00:35:00: Und dann hat man eine Wartepause macht man was anderes.
00:35:03: also es werden so Häppchen und dann kommt der Output.
00:35:05: da denkt man weiter... ...und im Austausch mit der KI die verändert auch vielleicht wie wir Gedankenstrengen folgen.
00:35:11: Also sie wäre nicht mehr so linear entwickelt sondern da verschiebt sich so viel und das ist unheimlich.
00:35:16: Das ist hochgradig amivalent.
00:35:18: Ja, also da steckt vielleicht die viel größere Gefahr der KI hinter... Also nicht in diesen Dystopien wie im Terminator-Film schon vor dreißig Jahren vorgespielt, dass die KI irgendwann die Macht übernimmt und die Menschen ausrottet – das ist ja jetzt auch groß.
00:35:35: immer wieder diskutiert.
00:35:37: Aber vielleicht ist vieles daran auch Spekulation, weil da geht man dann von so einer koordiniert handelnden KI aus.
00:35:43: Die diesem bewussten Willen entwickelt die Menschheit loszuwerden.
00:35:48: Vielleicht ist das was Thomas sagt die viel größere Gefahr nämlich diese selbst gewählte Unmündigkeit dass man an die KI delegiert und dass die KI das Denken übernimmt.
00:36:00: Ja, aber lassen wir uns denn gerne entmündigen oder ist da eine fremde Macht im Spiel die uns manipuliert?
00:36:07: Also nehmen jetzt erstmal die tägliche Nutzung.
00:36:09: Die KI gibt im Prozess wenn wir mit der KI arbeiten eigentlich vor was wir als nächstes denken.
00:36:14: sie greift ein in diese Denkprozesse.
00:36:16: gut das gab's bei Literatur auch das gab es bei Beobachtungen auch.
00:36:19: Aber die KI ist hier ne eigene psychologische Instanz Als aktör.
00:36:22: Das ist das Neue Bei der Agentik Air.
00:36:24: Aber was du meinst ja Wir sehen das in Studien wir beforsten das auch und sprechen drüber Das.
00:36:29: Leute auch heute, die diskutieren sind sich un-eins und dann sagen, komm, fragen wir die KI.
00:36:34: Also die KI wird zunehmend eine Instanz, die für uns urteilt.
00:36:39: Deswegen wird es umso wichtiger, die Urteilsfähigkeit zu erhalten.
00:36:42: Man kann es schon auch so sehen... Es ist ein Stück weit Bequemlichkeit der Menschen.
00:36:47: Es ist einfach bequemer... Es is ne Denkfauleid, sag ich mal!
00:36:51: Und da lässt man die KI den Job machen.
00:36:53: Das ist natürlich ganz gefährlich auch für den Kontext Schule, Universität usw.. Aber es ist ein Stück weit auch eine Aufkommende, man könnte das so Sort-Economie nennen.
00:37:03: Es gab ja diese Attention Economy.
00:37:05: da ging's darum zu kontrollieren wo gucken die Leute hin und die Leute möglichst lang in den Social Media zu halten und da Kapital rauszumachen.
00:37:14: Die ständig durch Effekte, TikTok usw.
00:37:18: stundenlang zu binden auch teilweise gegen ihre Kontrollmöglichkeit.
00:37:21: und die Sort-Economie, die wiederholt das jetzt vielleicht.
00:37:24: da wird das Denken in Token abgerechnet Und am Ende geben die Leute immer mehr davon ab und immer mehr Kontrolle auch an diese Konzerne.
00:37:33: Das heißt ja auch diese ganzen lästigen Entscheidungen Die gebe ich ja schon lange ab, also mein Stromtarif mit Vergleichsportalen.
00:37:40: Das gibt's doch wahrscheinlich seit zwanzig oder dreißig Jahren.
00:37:43: aber mittlerweile geht das ja dann auch über den Schritt hinaus.
00:37:45: welches Hotel soll ich nehmen sondern soll ich mich von meiner Freundin trennen?
00:37:49: Ja oder nein!
00:37:50: Also das passiert ja auch immer öfter scheinbar.
00:37:55: Wir haben das auch quantifiziert und so weiter.
00:37:57: Also vorsortierend Entscheidungen treffen, Entscheidungen darlegen, Optionen darlegen bei bestimmten Sachen wo auf finanzielle Transaktionen hinter sind tatsächlich dass wirklich delegieren.
00:38:06: da sind viele noch nicht bereit.
00:38:08: aktuell wir wissen nicht was in drei Jahren ist.
00:38:10: aber was du sagst das ist das was wir immer beschreiben oder wo wir glauben dass das Unheimliche der KI kommt ist dass die KI diese neue Autorität wird eigentlich in einer Zeit, wo wir alle Autoritäten ablehnen.
00:38:23: Weil die Autorität ist so formal und mathematisch ein Algorithmus und gibt das vor und dann bestätigt sie dich, dass kannst du natürlich alles prompten oder einstellen.
00:38:31: Aber die KI isst eine geheime Autoritet, die uns nicht nur das Entscheiden abnehmen kann sondern irgendwann vielleicht auch das Urteil, indem was dahin delegieren.
00:38:40: Das trifft vielleicht auf eine überforderte entscheidungsmüde Gesellschaft.
00:38:44: Und das ist das Unheimliche!
00:38:46: Ich würde da so leicht widersprechen.
00:38:47: Ich glaube auch, dass ein großes Misstrauen gegenüber der KI wachsen wird.
00:38:52: KI ist jetzt schon eine fast allmächtige Instanz aber ich habe das jetzt auch in manchen Jugendstudien gesehen, dass junge Leute und Studenten wieder anfangen mit Füller- und Papier zu schreiben ihre Notizen zu machen also genau den absoluten Gegentrenz zurückzu Handschrift und Papiere Dass das jetzt so ein Zeichen ist, ich will auch diesen Denkraum nicht an die KI abtreten.
00:39:16: Ich will den für mich behalten und zurückobern.
00:39:21: Ja, aber das ist klassisch trennt und gegentrennt.
00:39:23: Das hast du immer auch in Social Media-Zeiten wo die Leute versuchen ein Buch in die Hand zu nehmen oder es durchzulesen.
00:39:29: Die Frage ist wie durchgreifend wird das sein?
00:39:31: Wenn ich euch jetzt aber so darüber reden höre dieses Auslagern von Verantwortung dann würde mir ja natürlich schon bisschen Angst und Bange... Theoretisch können das ja auch Politiker!
00:39:41: Die können ja auch im Kanzleramt abends zusammensitzen.
00:39:43: um zwanzig Uhr kommen wir jetzt nicht weiter, fragen wir mal die KI.
00:39:46: Also wenn Politiker die KI für Entscheidungen nehmen würden,
00:39:49: ja gut aber alle haben die KI.
00:39:51: Ich wäre darauf bisher gar nicht gekommen dass das auch auf ganz anderen Zähren genutzt werden könnte.
00:39:56: und wer weiß wie Entscheidungen zustande kommen wird mir ja hinterher keiner sagen oder?
00:40:00: Ja ich denke aber davon ist auszugehen genauso wie in der Wirtschaft dass die KI so auch von den Entscheidern eingesetzt wird um vorzudenken Also Szenarien zu denken.
00:40:13: Und dann ist es aber nicht so, dass die Entscheidung dann abgenommen wird sondern die Entscheidungsprozesse können auch ein Stück weit strukturierter und geplanter werden weil man sich eben alle Optionen so darlegen lässt.
00:40:25: und das ist sozusagen der mündige Umgang mit der KI.
00:40:29: Wir sagen ja immer augmented intelligence dazu, zu AI also nicht artificial sondern augmented dass man sozusagen immer als Mensch auch im Loop bleibt wenn ich sogar im Zentrum von dem Ganzen die KI im Dialogisch einsetzt aber im Dialogue auch die Züge in der Hand hält.
00:40:48: Ja, der Dirk hat ja eben auch von so Gegenbewegungen, Gegentrenz gesprochen.
00:40:51: Ich merke das bei mir emotional immer.
00:40:54: ich kann manchmal den Begriff die KI nicht mehr hören.
00:40:56: es geht mit total auf dem Keks und Konferenzen sprechen alle Sprit die KI, die KI Das merkt man auch schon manchmal über je wir nutzens aber wir spüren ja insgeheim diese ganzen Kehrseiten.
00:41:07: Die Gefahr dass wir's nutzen würde ich sagen ist nicht Dass wir da irgendeine Denkfauleheit überbrücken oder so.
00:41:12: die Gefahr ist dass Wir uns Entwöhnen selber zu urteilen.
00:41:18: Und das ist, was Dirk mit Augmented meinte so ein integrierter Umgang damit.
00:41:22: der ist produktiv aber nur dass Delegieren und nicht mehr gucken es natürlich.
00:41:26: wo ist die Grenze?
00:41:28: Da werden wir die Denkorgane verkümmern lassen wenn das so weitergeht.
00:41:31: Der erste Denkfehler ist schon wie Thomas Zurecht sagte von der KI zu sprechen Die KI nicht als solche sondern die KI ist immer das was man in der Nutzung für sich daraus macht.
00:41:44: Da gibt es ganz viele Version, da gibt es mündige Version und das gibt entmündigte Version.
00:41:50: Und es gibt auch dann unterschiedliche Trainingsstände der KI.
00:41:53: also dass man die falsche KI einsetzt oder die KI mit meint Antworten bekommt zu können was so gar nicht funktionieren kann.
00:42:01: und damit beschäftigen wir uns natürlich viel.
00:42:04: Vielleicht noch eine Kehrseite.
00:42:06: Dr.
00:42:06: Du hast ja viel dazu geforscht.
00:42:08: wie entsteht Aufmerksamkeit?
00:42:09: gerade im medialen ist für Markensuperzentral Das Problem, was die KI jetzt macht.
00:42:14: Wir sind in so einer hyperkomplexen zerfaserten Zeit wo alles auf uns einprasselt und die KI verändert das auch nochmal weil wir eben erwähnt diese Arbeitsprozesse anders sind.
00:42:25: Prompten, Warten, Schleife, Nachdenken, Neuprompten usw.. Das heißt dass was früher ein Kontinuum war, so ein Denkprozess wird jetzt noch mein Häppchen zerteilt.
00:42:35: Das heißt das was wir früher an Aufmerksamkeit haben vielleicht mit eine Aufgabe schneller.
00:42:39: Der Aufmerksamkeitserhalt wird weiter destabilisiert und ich glaube, das wird kulturelle Konsequenzen haben.
00:42:46: Aber auch damit gibt es einen souveränen Umgang.
00:42:49: wenn es nämlich gelingt eine größere Aufgabe die man hat in dann fünf oder sechs Teilaufgaben zu zerlegen und sie in sechs verschiedenen KI-Fenster zu bearbeiten Das ist dann mehr so professioneller umgang damit.
00:43:04: Dann kann man wirklich eine gute Kontinuität aufbauen.
00:43:07: Vielleicht als abschließende Frage, eure Einschätzung.
00:43:09: Wenn wir heutzutage darüber reden das Jugendliche den Umgang mit Social Media lernen wollen, müssen wir das nicht automatisch immer mit ergänzen und sagen mit KI dass das vielleicht sogar fast noch wichtiger sein könnte als der umgang mit social media weil es halt zu viel an denkprozessen im kopf auf dauer sage ich mal negativ beeinflussen oder gar abschaffen könnte.
00:43:33: Also Medienkompetenz, genauso wie KI-Kompetenz ist vielleicht das Allerwichtigste in diesen Zeiten und es sollte ein Pflichtfach an den Schulen werden.
00:43:44: Und die Grundskills also mein großer Sohn ist jetzt zwölf geworden der arbeitet auch damit.
00:43:50: Er entwickelt auch, er hat Spaß dran ich lasse ihn auch.
00:43:52: aber das King-Programm ist Lesen und Schreiben mit Hand und Stift ist ganz zentral.
00:43:58: Wir wissen ja auch genug über die feinmotorischen Wege, also du musst erstmal lernen mit der Hand zu schreiben und die Gedanken zu strukturieren bevor du da einfach wild rumprompt bist.
00:44:06: Das ist wie bei allen Fortschritten jemand, der gebildet ist, über einen bestimmten Apparat verfügt.
00:44:11: Der wird davon deutlich profitieren.
00:44:13: und wenn man da reinlässt, einfach Arbeitserleichtungen, Aufgaben werden gelöst, jeder darf einmal perfekte Hausaufgaben, Hausarbeiten sonst was... Da wirst du irgendwann totalen Drop, dann werden die Pisa-Zahlen nochmal richtig dropen!
00:44:25: weil das kann es nicht sein.
00:44:26: Du musst die Skills haben, sonst kannst du das nicht vernünftig
00:44:29: anwenden.".
00:44:30: Also kann ich eigentlich zum Schluss nur sagen... Ich hoffe dass alle Politiker, die in irgendeiner Form mit unserem Schulsystem zu tun haben euch beiden heute zugehört haben!
00:44:36: Weil das wäre elementar wichtig wenn sich da tatsächlich was verändert.
00:44:41: aber ich wage zu sagen.. Ich habe leise Zweifel, dass das so schnell geht wie wir uns das vielleicht alles wünschen.
00:44:48: Okay meine Herren, ich glaube wir sind am Ende angekommen tatsächlich mit drei mörderspannenden Themen und ich bedanke mich ganz herzlich bei euch beiden für eure Ausführung und Expertise.
00:44:58: Und die neue Folge mit euch beiden kommt am vierzehnten Oktober.
00:45:02: Dirk du hast den Finger eben gehoben.
00:45:03: Du möchtest das letzte Wort haben?
00:45:05: Bekommst du!
00:45:06: Ich wollte nur sagen, Marcel danke für deine vielen klugen Fragen.
00:45:12: Ich gehe hinterher immer nach Hause und sage, ich habe was gelernt.
00:45:14: Ich hoffe das geht auch allen Usern so.
00:45:16: aber wir sehen es ja an den Abrufzahlen dass das gut funktioniert
00:45:19: Und wir freuen uns natürlich über jeden Kommentar dem wir noch gern beantworten.
00:45:23: also diskutiert mit uns schreibt uns.
00:45:25: Das war das Marktpsychogramm Menschen Marken Medien Ein Maskenau Podcast Mit dem Institut Konzept M und Marcel Becker.
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