Marke Deutschland / KI in der Werbung / Haltung von Marken
Shownotes
In dieser Folge beantworten die Gesellschaftsforscher und Psychologen Thomas Ebenfeld und Dirk Ziems im Gespräch mit Medienexperte Marzel Becker folgende Fragen:
- Die Marke Deutschland: Was hält sie (noch) zusammen?
- KI in der Werbung: Wie erfolgreich ist der Einsatz Künstlicher Intelligenz bei den Konsumenten?
- Haltung: Wie wichtig ist sie für den Erfolg von Marken?
Hier der Link zum Geburtstagsevent von Dirk Ziems am 19.03.2026 um 15:00 Uhr:
Hier beim Geburtstagsevent dabei sein:
Produziert wird der Podcast vom Kölner Medienbüro MAASS·GENAU.
Fragen, Anregungen, Kritik unter: kontakt@dasmarktpsychogramm.de
Studien und Infos unter:concept m
Transkript anzeigen
00:00:03: Das Marktpsychogramm.
00:00:05: Menschen, Marken, Medien!
00:00:09: Mit den Psychologen und Gesellschaftsforschern Thomas Ebenfeldt und Dirk Ziems vom Institut Concept M präsentiert von Medienexperte Marcel
00:00:19: Becker.
00:00:21: Ja hallo und herzlich willkommen.
00:00:23: Warum sind manche Marken plötzlich überall?
00:00:27: Und warum verschwinden andere einfach wieder?
00:00:29: Das geht dann meistens Hand in Hand mit der Frage, wie ticken wir also die Konsumenten eigentlich?
00:00:34: Wie tickt unser Land?
00:00:35: Wie ticken wird Deutsche?
00:00:37: Genau darum und um ähnliche Fragen geht es in unserem neuen Podcast das Marktpsychogramm – Menschen, Marken, Medien!
00:00:44: Wenn es in diesem Land irgendjemand gibt, der über diese Themen extrem gut Bescheid weiß, dann sind das gleich zwei.
00:00:50: Nämlich Thomas Ebenfeldt und Dirk Ziems vom Institut Concept M. Guten Tag ihr zwei!
00:00:56: Und herzlich willkommen in eurem eigenen Podcast.
00:00:59: Hallo, das freut uns.
00:01:00: Vielen Dank Marcel.
00:01:01: Ja ganz toll dass wir hier starten.
00:01:03: Für die Premiere Ihr Zwei Welche Themen habt ihr unter anderem mit dabei?
00:01:06: Bitte mal einen kleinen Ausblick geben.
00:01:08: Also wir schauen heute auf die Marke Deutschland, was sie aktuell zusammenhält.
00:01:15: Was sie zerreißt wie vielleicht auch verschiedene Narrative auf der Marke sind
00:01:20: und danach gehen wir in ein sehr konkretes Feld das aktuell viel in der Marketingwelt betrifft KI in der Werbung.
00:01:29: Was kann sie?
00:01:30: Wo wird es überschätzt und werden Menschen dabei wirklich überzeugt?
00:01:35: Zum Schluss haben wir noch eine dritte Perspektive.
00:01:37: Wir wollten nochmal auf das Thema Haltung gucken, wann stiftet sie Vertrauen?
00:01:40: Wann ist es vielleicht eher auch ne Ersatzhandlung?
00:01:44: und ja insgesamt haben wir uns vorgenommen weniger buzzwords mehr psychologische Klarheit.
00:01:50: Also, das sind auf jeden Fall Themen, würde ich sagen.
00:01:52: Die aktuell sehr viel da draußen diskutiert werden hat ja auch jeder eine eigene Meinung dazu und euer Versprechen weniger buzzwords.
00:01:59: Da werden wir euch natürlich dran messen.
00:02:00: also Wir sind doch eure Expertise und eurer Analyse sehr gespannt.
00:02:04: Wir fangen mit was ganz anderem an Dirk und Thomas Und Ich bin mir sicher ihr wisst sofort um welche mark es geht und jeder da draußen auch wenn ich folgendes sage.
00:02:13: Ich liebe Es
00:02:15: Ja McDonald's Ganz klar
00:02:17: Das Beste.
00:02:20: Also ich sag mal, das ist doch ein Beleg für eine großartige Markenführung.
00:02:23: Jeder weiß doch jetzt sofort, welche Marke ich hier angekündigt habe.
00:02:26: oder täusche ich mich?
00:02:28: Absolut McDonalds!
00:02:29: Das ist ein Soundbranding, ein paar Töne...das Ganze ist da mentaler Shortcut.
00:02:35: Bei den Leuten läuft halt ein kompletter Film ab.
00:02:37: Eine Wiedererkennung.
00:02:39: Vertrautheit häufig plus so einer Belohnungs-Erwartung Und dadurch funktioniert das gut, jahrelange Konsistenz und wir sprechen immer von der Mental Availability.
00:02:48: Das wird damit da natürlich kranios geschaffen!
00:02:51: Wir haben uns McDonald's ja als Einstiegsthema für unsere Premiere sozusagen gepickt weil da ist was Spannendes passiert in den letzten Wochen.
00:02:58: Es gibt zwei Kampagnen die aktuell vom McDonalds im Mittelpunkt stehen.
00:03:03: Die eine ist aber schon relativ alt Ist schon mal auf dem Markt gewesen, ist jetzt irgendwie aus der Versenkung aufgetaucht Und jetzt regen sich viele Menschen über die Kampagne auf.
00:03:12: Was ist da los?
00:03:13: Ja, das ist die Ramadan-Kampagne, die McDonald's als Out of Home-Kampern mit digitalen Plakaten zwanzig, dreienzwanzig gestartet hat.
00:03:22: also man sah eine leere Pommestüte am Morgen und die füllte sich dann zum Abend hin und das sollte halt Respekt auf fast ne Muslime nehmen.
00:03:31: Das war natürlich auch ein bestimmter Purpose dahinter, den man bedacht.
00:03:34: und jetzt sehen wir zwanzzig, sechsundzwanzzig wird das sehr kontrovers diskutiert.
00:03:39: Zwei ganz gegensätzliche Deutungen, die ein sagen das ist toll.
00:03:43: Das ist Respekt!
00:03:44: Das ist Inklusion.
00:03:45: also eine harmonische Deutung.
00:03:46: schön Rücksicht Vielfalt und dann andere die es eher bedrohlich deuten wir verlieren die Norm in die Kultur kippt jetzt unterwerfen uns dem Ganzen.
00:03:55: Und das ist schon spannend dass das jetzt drei Jahre später so in unserer Empörungszeit polarisiert.
00:04:02: Das zeigt so wie heute auch eine unscheinbare Werbung, die vor drei Jahren nicht die großen Wellen erzeugt hat.
00:04:10: Heute doch in diese gesamtgesellschaftliche Polarisierung zu reingerät und aufgeheizte Stimmung, die sich immer irgendwelche Themen sucht um den nächsten Kulturkampf zu inszenieren.
00:04:22: Und das Thema Polarisierung kommt heute ja nochmal hier bei uns im Podcast, aber nur mal einmal gefragt.
00:04:28: Also egal auf welcher Seite ich bei dieser Diskussion jetzt stehe es völlig egal nebensächlich eine leere Pommestüte zu zeigen die sich auf einem digitalen Screen in irgendeiner Form langsam füllt!
00:04:40: Das ist doch erstmal ein Meisterwerk.
00:04:42: oder als Werber?
00:04:43: Also ich kann sagen, I'm loving it.
00:04:46: Was den da gelingt ist eigentlich in der kreative Ausdrucksform so eine Produktinszenierung mit einer größeren Aussage zu verknüpfen die ja diese Ramadan-Aussage ist.
00:04:57: und wenn erwerbern das gelingt diese Form von Verdichtung dann ist das schon auch großes Kino.
00:05:05: Ja tolles Markenhandwerk und auch ne psychologische Mechanik das ist super verbunden.
00:05:09: also Schapor an die Agentur das haben die wirklich klasse gemacht.
00:05:12: Und jetzt reden wir über den aktuellen Spot, der tatsächlich auch auf dem Markt ist.
00:05:16: Da geht es – ich sag mal das Motiv!
00:05:18: Eltern fühlen sich angesprochen und Kinder fühlen sie sich angesprochene.
00:05:20: Es geht um einen bestimmten Vorgang, den McDonalds mit dem Kinderzimmer verbunden hat.
00:05:25: Den Spot findet ihr beide glaube ich richtig gut.
00:05:28: Ja also ich musste wirklich sehr schmunzen.
00:05:30: Ich habe ihn aus dem Augenwinkel gesehen als ich meine beiden Söhne zur Schule gefahren hab und die haben's auch gesehen, haben auch gelacht.
00:05:36: Also man sieht brave Kinder, die ihr Zimmer aufräumen, die die Waschmaschine ausräumen.
00:05:42: Die braven Autositzen und nicht meckern!
00:05:45: Und dann ist die Auflösung, es geht zu McDonalds.
00:05:47: Also ich fand's sehr humorvoll, sehr witzig.
00:05:49: natürlich hat das auch in der Presse oder in dem Marketing-Community für Polarisierung gesorgt.
00:05:54: Es gibt ja immer die moralische Empörung mit Manipulationsvorwürfen Da werden Kinder genutzt als Erziehungsinstrument.
00:06:02: Aber dieser humorvolle Dreh, den haben selbst meine neun- und elfjährigen Kinder natürlich sofort erkannt.
00:06:09: Also McDonalds wird hier so ein bisschen zur Elternverstiermarker.
00:06:15: wie es in den Familien wirklich läuft und was da los ist, auch viel Streiterei.
00:06:21: Und dann wollen die wieder McDonald's.
00:06:23: und hier wird aber jetzt etwas inszeniert, was wie so eine ironische Eltern Wunschwelt wirkt.
00:06:30: also wenn sie zeigen, wie die Kids brav die Waschmaschine einräumen, was im realen Leben ja nie passiert.
00:06:37: Aber dass McDonalds eben hier so ne friedensstiftende Kraft hat zum McDonalds zu dürfen, ansteht.
00:06:47: Also auch ein sehr gelungener Dreh und das ist ein augenzwinkender Humor der bei Familien gut ankommt.
00:06:56: und wir haben so einen Tool bei unserem Institut da sind die KI-Familientypen also es sind KI-Konsumentenzwillige, die wir dann auch fragen können den wir sowas zeigen.
00:07:07: Da kam eben auch sehr positive Kommentare raus dass sie gesehen
00:07:12: haben
00:07:13: ja genau Da ist immer der Sprengstoff, dass man nicht streitet.
00:07:16: Aber man kann das auch durchaus humorig sehen!
00:07:19: Ja aber wir haben auch die Helikopter Twins, das muss ich auch noch sagen, die natürlich dann auch moralischen Kurzschluss hatten, die auch hier gesagt haben also auch da haben wir eine wunderbare authentische Abbildung... ...dass man da sehr vorsichtig sein muss wie man es macht.
00:07:32: Ich finde das ganz spannend.
00:07:33: Wir sehen hier wieder in diesen Zeiten, die so überladen sind und so wie schnell dann auch eine humorige Werbung moralisch in die ein oder andere Richtung kippen kann.
00:07:46: Erlaubt mir an dieser Stelle Thomas und Dirk mal eine persönliche Anmerkung.
00:07:49: Ich weiß nicht, ob ihr damit konform geht was ich jetzt sage aber... ...ich habe manchmal das Gefühl wir verstehen unser eigenes Land nicht mehr.
00:07:55: irgendwie scheint fast alles festzustecken.
00:07:57: die politischen Debatten wirken eher wie ein Dauerstreit also gemeinsames Projekt und Zukunft gestalten.
00:08:03: ich sehe es nicht so richtig.
00:08:05: Und im Hintergrund steht dann ständig der Rosa Elefant im Raum Die AfD.
00:08:08: davon werden ja auch viele Diskussionen mindestens direkt aber auf jeden Fall indirekt beeinflusst.
00:08:14: Und dann hat sich auch im Privatnetwas verändert.
00:08:16: Ich hoffe, ihr sagt jetzt nicht... Das liegt nur an deinem Familien- und Freundeskreis.
00:08:19: aber ich würde sagen die Diskussionskultur ist rauer geworden weniger zuhören schneller urteilen und es geht plötzlich mehr um Gefühle statt weniger um Fakten.
00:08:28: Aber vielleicht vertue ich mich und ihr sagt Jetzt ne das ist nur ein subjektiver Eindruck.
00:08:33: Ihr beschäftigt euch regelmäßig mit der Stimmung in unserem Land also ihr legt uns deutsche sozusagen auf die Couch.
00:08:39: Was sind denn eure Erkenntnisse wenn ihr jetzt sagt wie geht es uns?
00:08:42: Wie geht es den Deutschen?
00:08:44: Ja, also das ist absolut richtig.
00:08:45: Wir haben ja auch das Deutschlands Psychogramm, wo wir regelmäßig die Konsumenten tatsächlich dann tiefen Interviews befragen.
00:08:51: und zur gesellschaftlichen Aufregerthemen.
00:08:53: Wir sind heute eine Beschleunigung wie noch nie eigentlich in der Kultur.
00:08:58: Das haben wir so noch nie erreicht und wir sehen dass dieser Overload auf die Leute einprasselt, nicht nur Stresses sondern auch ein Verarbeitungsproblem.
00:09:08: Also wir haben immer mehr Input, immer weniger Nachhalt und wir sehen dadurch dass eigentlich so die Entscheidungen immer gefühlsnäher werden impulsiver angestrengter.
00:09:17: Wir sehen auch seit einiger Zeit und das hat sich auch teils ja obsessiv radikalisiert, radikalisierte Ränder und eine große Mitte, die eigentlich auch ne Sehnsucht nach einem Zusammenhalt hat, die aber immer nervöser wird, ihr starren Gefühlt nur noch auf die Extreme anstatt uns darauf psychologisch zu konzentrieren, wie kriegt man die Mitte wieder handlungsfähig?
00:09:37: Und wir sehen auch – das muss man auch konstatieren – dass die Gesellschaft sehr gereizt und erschöpft ist dieses dauereregte Klima.
00:09:45: Wir haben dann vor einigen Jahren mal gesagt, wir haben den Paradoxkonsumenten in unseren Studiendirk und ich auf die Formel gebracht.
00:09:53: Wir wollen eigentlich eine paradoxe Gesellschaft!
00:09:55: Also wir wollen Aufbruch, wir wollen zugleich Stabilität.
00:09:59: Wir sehen uns nach einer positiven Zukunft und trösten uns mit Nostalgie.
00:10:03: Wir verwechseln manchmal Lautstärke mit Lösungen, und sehen uns Nachführung und entwerten sie zugleich.
00:10:08: Also das ist erstmal so eine sehr komplexe Gemengelage!
00:10:12: Und zu dem Ganzen, was Thomas jetzt beschrieben hat kommt hinzu.
00:10:16: Dass dieser Zustand der Innerlichte erfahren wird in der Gesellschaft, der auch so einen brodelnen Zustand entspricht dass er in einem Rahmen stattfindet den man beschreiben kann eine Welt in Unordnung.
00:10:30: also.
00:10:30: wir erleben krasse Verunsicherungs-Schocks durch die Weltlage insgesamt.
00:10:36: Das schwierige Verhältnis mit den USA, Jungs der Ölpreisschock durch den Iran Krieg und immer mehr Zeichen das Deutschland auch die Stellung in der Welt, die es hatte einbüsst.
00:10:49: Die Menschen bemerken gewissermaßen Deutschland sitzt bei den Krisen nicht mehr so mit am Tisch sondern ist nur noch Zuschauer am Spielfeldrand und man weiß auch nicht wer für Deutschland die Sachen dann noch im Griff hat.
00:11:04: Wenn ihr das zeitlich irgendwie einschränken würdet wann ging denn das tatsächlich los?
00:11:10: oder war das schon immer so?
00:11:12: Und wir haben's nun nicht bemerkt.
00:11:14: Wir haben in der Tat, also mit unserem Institut das schon auch die letzten fünfzehn Jahre beobachtet.
00:11:20: Wie war so das Krisenerleben in der Bevölkerung?
00:11:23: Und das hat sich sukzessive eigentlich über die Jahre zugespitzt.
00:11:28: Während Krisen früher eher so periodische Ereignisse waren dann war man eine Finanzkrise und dann war fünf Jahre Ruhe, dann kam ebenso Die Flüchtlingskrise mit einem Flüchtlingzustrom aus Syrien und so, im Jahr zwei Tausend Fünfzehn.
00:11:45: Und dann war wieder Ruhe.
00:11:46: Dann kam die Corona-Krise.
00:11:47: Damals war das Gefühl nach den Krisen wird man auch wieder die Sachen in den Griff kriegen und zu so einem Normal zurückkehren.
00:11:56: Seit Corona ist das eigentlich so, es gibt gar kein normal danach mehr sondern eine Krise stapelt sich auf die andere auf und es führt zu einem Zustand der Dauererregung-Dauerüberlastung.
00:12:10: Und in dem letzten Jahr hat sich das noch mal zugespitzt dass wir sogar alle zwei Wochen ne neue Krise
00:12:17: haben.
00:12:18: Also habe ich euch beiden jetzt richtig verstanden?
00:12:21: theoretisch zwei Gruppen von Menschen.
00:12:23: Die einen machen sich Sorgen wahrscheinlich um das Handfest, um das Wirtschaftliche – wie geht ihr Leben tatsächlich weiter?
00:12:30: Und andere haben das Gefühl durch diese Dauerkrisen verlieren sie die Kontrolle über ihr Leben!
00:12:34: Ja
00:12:34: also wir haben auf Basis der Studie und nicht mal zwei Grunde.
00:12:38: Wir nennen das manchmal Psychologische Figuration oder Narrative rausgearbeitet oder Archetypische Umgangsformen.
00:12:44: Die eine haben wir genannt die Zuversichtsapologeten.
00:12:48: Also bewusst auch so ein bisschen sperrig weil Wenn wir auch mit Trennenforschern und Zukunftsforscher sprechen, die sagen eigentlich geht es doch diesem Land gut.
00:12:56: Und Psychologe steckt dahinter, die verteidigen optimistisch die Möglichkeiten.
00:12:59: Die glauben an eine Gestaltbarkeit.
00:13:01: Die sagen, wir haben extrem viel Substanz in Deutschland.
00:13:04: Wir können noch die Kurve kriegen ja?
00:13:07: Weil dahinter steckt das Bild wie eine tragfähige Basis, Industrie, Know-how, Hidden Champions... ...und die Schwäche ist aktuell eher Tempo und Umsetzung.
00:13:17: Und sie sehen die Krise als ne Übergangsphase.
00:13:21: Und die beklagen dann immer Lähmung, Zynismus, German Angst und so weiter.
00:13:26: Die sagen, die Marke Deutschland hat ein starkes Vertrauenskapital, die muss aber nur erneuert werden nicht neu erfunden.
00:13:33: Kritiker sagen jetzt das ist ein bisschen naiv.
00:13:36: so eine.
00:13:36: wir schaffen das Stimmung und vielleicht auch ein bisschen elitär auf der anderen Seite und die dominieren gerade, sind etwas stärker auch unter den Ökonomen.
00:13:44: Wir haben sie mal genannt, die Selbstschutzpessimistinnen weil die Wappen sich eigentlich mit ihrem Pessimismus für Enttäuschung indem Sie weniger emotional in die Zukunft orientieren da sind die klassischen Narrative Deutschland rutscht ab niemand liefert strukturelle Dysfunktionalitäten Bürokratie Irrsinn Infrastrukturverfall Und das ist genau das was Dirk eben sagte Die Krise als neue Normalität.
00:14:09: Und die sagen, wir können jetzt nicht weiter schön reden.
00:14:11: Wir können nicht die Realität weiter verweigern und Rhetorikblasen produzieren.
00:14:17: Hier muss was hin!
00:14:18: Die sehen die Marke Deutschland beschädigt der alte Reputationsglanz mit Exportweltmeister Land der Dichte und Denker
00:14:25: etc.,
00:14:25: es aktuell überdeckt.
00:14:27: hier ist aber natürlich das Risiko dass dieser Daueralarm zu Distanz und Selbstblockade für zu wenig Mut, zu weniger Innovation.
00:14:34: Aber das sehen wir!
00:14:35: Und es ist nicht das eine oder das andere sondern wir sehen dass die Leute manchmal zwischen beiden Positionen dann switchen.
00:14:42: Aber da ist auch was typisch deutsches drin in diesen Szenarien, den Bildern.
00:14:47: Weil die Deutschen haben so die Mentalität die Lage immer von einem Ende aus zu denken.
00:14:52: also wo steuert das Ganze hin?
00:14:55: Was ist der Endpunkt wenn man das alles so weiter denkt?
00:14:58: und dann kommt man vom Zuversichtsoptimisten zum Schluss naja am Ende wird sich das stabilisieren die deutschen Tugenden werden sich durchsetzen Während die Selbstschutzpessimisten vom Ende aus das Denken und dann eben schon Deutschland im absoluten Abgrund sehen, wird sich alles an die Wand fahren.
00:15:17: Da gibt es auch dann entsprechende Podcasts, die das dann Woche für Woche zelebrieren.
00:15:22: Interessant ist aus der globalen Perspektive dass andere Kulturen da ganz anders dran gehen also... Die sind viel mehr eigentlich auch stürmischen Umbruch gewöhnt, sie sind auch auf- und abgewöhnt
00:15:35: Kraft,
00:15:36: man muss sich so auch aufs hier und jetzt konzentrieren.
00:15:39: Und man muss viel pragmatischer an die Sachen rangehen.
00:15:42: Welche Länder zielst du dazu?
00:15:44: Unter anderem eben China wo im alten Pragmatismus also eine Erfahrung das dass sich Lagen sehr stark ändern, dass man auch sehr viel bewegen kann aber dass man immer nur weiter kommt wenn man pragmatisch plant und die nächsten Schritte auch ganz konkret angeht.
00:16:01: Ja, obwohl auch psychologisch beide Perspektiven Sinn ergeben.
00:16:04: Die einen verteidigen letztlich optimistisch die Möglichkeiten und die anderen warten sich vor Enttäuschungen.
00:16:10: also es geht ja eher wieder darum wie kann man Gestaltbarkeit wieder erfahrbar machen?
00:16:14: Da sind die Unternehmen, die Marken, die Politik gefragt.
00:16:17: Mich erinnert das so ein bisschen daran wenn's um Fußball geht.
00:16:20: die einen sagen immer Deutschland ist eine Turniermannschaft wird schon und die andere sagen hey die haben doch die letzten Jahre die kriegen noch nichts auf die Reihe.
00:16:26: so würde ich das fast wieder erkennen.
00:16:27: was ihr sagt
00:16:29: Ja, es ist auch so.
00:16:30: Wie gesagt das ist nicht durchgehend.
00:16:32: Wir haben in den Interviews erfahren dass man vielleicht morgens aufwacht und optimistisch ins Bett geht.
00:16:38: Es ist ein Hin- und Her pendeln teilweise auch und es ist nicht klar zu verorten.
00:16:44: Zwischen Hoffnung und Disillusionierung pendelt das hin und her wahrscheinlich ähnlich wie bei der WM.
00:16:50: Das Gefühl ist eben auch... In Deutschland ist alles sehr extrem Und wichtig wäre halt auch, den Grund in der Mitte zu finden.
00:16:59: Also in dem Raum wo man tatsächlich konkret gestalten kann und nicht immer so Probleme überspielen andererseits oder Krise halt auch extrem hoch reden.
00:17:10: Sind wir Deutschen denn irgendwie auch so?
00:17:12: Ihr habt vorhin das Wort benutzt Nostalgie.
00:17:14: sind wir so veranlagt dass wir leicht daher sagen früher war alles besser so.
00:17:18: wenn du mit älteren Menschen sprichst über wie so ein Land geführt werden soll dann kommt immer der Name Helmut Schmidt.
00:17:23: Ja, Helmut Schmidt kommt ganz häufig.
00:17:25: Das ist für viele nicht nur die Älteren auch die Jüngeren, die jetzt noch... Ist das so eine Figur?
00:17:29: Manchmal kommt auf Willy Brandt oder so nach Helmut Kohl.
00:17:31: also wofür steht diese Figur, steht für Orientierung und für Entschiedenheit aber nicht in so einer Form der Bevormundung, auch nicht in solch einer autoritären Form Und das funktioniert da ausgezeichnet, es steht für eine staatsmännische Ruhe und letztlich eine Entscheidungskraft und das bietet halt psychologisch auch so ein Containment an, das reduzierten Chaos Und das wird aktuellen Politiker Persönlichkeiten derzeit nicht zugesprochen.
00:17:58: Ja, was auch fehlt sind die Projekte – also klar würde, dass ist jetzt ein Projekt für Deutschland wo man eben an einem Strang ziehen.
00:18:07: Also die Agenda Jahr zwanzigzehn von Schröder war so etwas,
00:18:11: wo
00:18:12: er eine Richtung vorgegeben hat und auch einen Zielbild Und das wird eben sehr vermisst, also die Reformen werden waage angekündigt ohne dass man damit ein greifbares Bild verknüpfen
00:18:25: kann.
00:18:25: Und man sieht nicht, was ist jetzt eigentlich das Projekt?
00:18:28: Das Zielbild, worauf Deutschland oder auch Europa im Ganzen hinsteuert.
00:18:34: Da ist es eher immer nur so etwas Reaktives, was Defensives.
00:18:38: Man müsste doch die Werte erhalten und man müsste sich doch zusammenschließen.
00:18:43: aber das Gefühl ist Es wird zu wenig pragmatisch angegangen und in Projekte überführt.
00:18:50: Aber nur noch mal jetzt als Fazit.
00:18:51: ist es dann das Problem, dass wir nicht mehr die richtigen Politiker haben?
00:18:56: oder sind die Politiker auch zum Teil so weil wir Bürger so sind wie wir sind.
00:19:00: Das is psychologisch kein entweder.
00:19:02: oder das sind Wechselwirkungen das sind einmal Systemlogiken und das sind natürlich auch wir alle als Bürger als Gesellschaft.
00:19:10: also was wir beobachten häufig gibt's auf viele wissenschaftliche Studien zu Wer heute handelt, wird häufig härter bestraft als jemand der unterlässt.
00:19:21: Jede Entscheidung wird heutzutage in einer Projektionswelt.
00:19:23: Du hast ja eben Gerhard Schröder angesprochen das ist auch den habe ich ganz vergessen die Figur die ganz häufig noch erwähnt wird.
00:19:29: da haben die Leute das Gefühl letztlich seine Kanzlerschaft zum Wohle des Landes auch geopfert dazu der damaligen Zeit.
00:19:35: Also wir Bürger sind natürlich nicht schuld, aber wir erzeugen das Klima mit.
00:19:38: Wir wünschen uns klare Kante und eskalieren wenn dann die klare kante wirklich kommt und empören uns vielleicht auch.
00:19:46: Und ich glaube was gesamtgesellschaftlich gelernt werden muss was aus dem Zylogie natürlich wissen ohne Entwicklungsschmerz geht das nicht.
00:19:54: Aktuell haben wir so einen dynamischen Stillstand mit viel Rhetorik, mit viel Ankündigung Herbst der Reform Sommer der Reform und dann kommt letztlich nichts.
00:20:04: Und das führt dann auch zu diesen dauerhaften Reizungen und Überforderung.
00:20:09: Welche Rolle spielt denn aber dieser Blick nach hinten immer, dieses nostalgische?
00:20:12: Also das beobachten wir ja oft bei uns als Deutsche.
00:20:16: Ja, das ist hier gerade ein großer Trend.
00:20:18: die Markengreifners auf also Nostalgie ist weniger eine Wahrheit über früher sondern mehr dieses Gefühl.
00:20:25: Damals gab es Überschaubarkeit Ordnung Klarheit und in der Zeit wo Zukunft, wir haben das ja eben differenziert bei den Typen auch als eine Zumutung erlebt wird.
00:20:36: Wird dann diese Vergangenheit dann auch zu so einem Natrostherapien im Sicherheitsobjekt?
00:20:43: Und deswegen ist dieser Rückgriff gerade auch bei den jungen Leuten die sich danach sehen ganz besonders stark und deswegen ist es grad ein großer Trend.
00:20:51: also damals.
00:20:52: man sehnt sich eigentlich nach der Behaaglichkeit der Überschaubarkeit von früher zurück.
00:20:58: Also es ist weniger ein Eskapismus als eine Sehnsucht nach einem Gefühl von Stabilität.
00:21:03: Also wenn man zum Beispiel die Neujahrsansprache von Friedrich Merz und Xi Jinping vergleicht, dann hält er eine im der Deutsche Kanzler so eine Rede mit so aufmunternden Floskeln.
00:21:17: Ja wir sind schon auf dem Weg das wird schon wieder.
00:21:20: Und
00:21:21: Xi Jinping redet wie ein Start-up Unternehmer der ganz konkrete Ziele setzt.
00:21:26: wo will man in fünf Jahren in zehn Jahren in Schlüsselindustrie sein?
00:21:32: hat man schon
00:21:33: erreicht.
00:21:37: KI in der Werbung, das ist ja jetzt nichts besonderes mehr.
00:21:39: ich sag mal Mango, Heinz Ketchup, Coca Cola haben alle schon Werbungen mit KI oder gänzlich mit KI produziert.
00:21:47: Bloß wie finden das eigentlich die Zuschauer?
00:21:49: Die Kunden schaden KI generierte Spots dem Erfolg des Produktstöck.
00:21:53: Ja wir haben dazu mit der Food Agentur Taste aus Frankfurt eine Studie durchgeführt die eben qualitative, tiefen Interviews und auch quantitative Forschung kombiniert hat.
00:22:06: Und für so eine Food-Agentur ist es eben halt so Themen... Ist das jetzt wirklich ne sichere Sache jetzt auf KI zu setzen?
00:22:14: Wenn man Werbung produziert oder bleibt da doch noch so ein Rest an Künstlichkeit?
00:22:21: Das wirkt nicht authentisch.
00:22:23: Die Kunden sind dann halt auch zweifelnd, kann man schon in die Richtung gehen.
00:22:28: Das war so der Hintergrund und in der Tat hat es jetzt eigentlich im Laufe des letzten Jahres ein Schwenk eine Stärke der KI eingesetzt.
00:22:39: wo tatsächlich so letzte Probleme der KI-Generierung dass das absolut unauthentisch wirkt, dass also Hintergründe so rein montiert erscheinen als wäre das so gefotoshoppt und so.
00:22:54: Das ist jetzt technologisch alles überwunden?
00:22:58: Es ist in der Tat jetzt eine Möglichkeit Gesichter auch so authentisch hinzubekommen, dass man da überhaupt nichts mehr sieht.
00:23:06: Die bewegen sich im Raum und auch in Landschaften.
00:23:09: Auch wenn da Natur oder Bäume sind, da sieht man nicht irgendwie komische Sachen.
00:23:14: also wir hatten in der Vergangenheit noch vor zwei Jahren Phänomene das Leute haben mit sechs Fingern im Bild.
00:23:23: So was ist natürlich längst vorbei und wir sind da jetzt in einer neuen Ära.
00:23:28: Und hier eben die große Entwarnung, also KI ist jetzt inzwischen durchaus okay und es hat für die Marken keine negativen Effekte auf KI zu setzen.
00:23:43: Es sei denn es ist schlecht gemacht!
00:23:45: Ja, aber das ist dann doch die entscheidende Frage.
00:23:47: Wenn es gut gemacht ist, ist es mir als Kunden scheinbar egal?
00:23:51: Es wird sogar von den Kunden erwartet dass die Werbeleute immer auch so die modernsten Techniken einsetzen.
00:23:58: Wir haben ja auch mit Photoshop gearbeitet und die Leute machen ja an ihren Computern zu Hause schon mal selber Bilder und Fotos.
00:24:06: also da ist gar nicht so die große Aufregung Das ist okay.
00:24:09: Aber dein Punkt ganz wichtig wenn das eben schlecht gemacht man so sieht, die haben sich keine Mühe gegeben und da kommen so Effekte von Künstlichkeit drüber.
00:24:22: Dann ist schon eine gewisse Aufregung da und man hat das Gefühl, na ja hier als Kunde gerade wenn es um Food-Welten geht wo das ja also lecker aussehen soll und wo man ja so ein Gefühl haben will, ja da werden auch so authentische Werte gezeigt, da werden urige Menschen gezeicht, da wird halt vielleicht gezeigt, wo die wertvollen Nahrungsmittel herkommen und das wirkt dann alles so zusammen montiert und zusammengeklatscht.
00:24:52: Dann denkt man sich da gehen dann die Verbraucher doch auch hoch und sagen hey so viel Lieblosigkeit!
00:25:00: Das will ich mir von meinen Markenprodukten nicht antun lassen.
00:25:04: Ja wir gucken ja auch auf andere Auswirkungen der KI-Revolution kulturellen Bereich, was die Leute eher irritiert aktuell ist.
00:25:13: Wenn sie in Social Media Scrawl oder TikTok oder Insta nicht mehr wissen, ist das real?
00:25:17: Die gucken dann wie früher ihre Katzen-Videos oder irgendwelche Hunde, die etwas Abenteuerliches machen, wo viele jetzt zweifeln, ist es überhaupt noch echt?
00:25:25: Also diese Fake versus Echtfrages häufig diesen schnellen Moment des Scrawls und wir haben es weniger in den konzipierten Werbekampagnen gesehen.
00:25:34: Viele
00:25:35: Menschen sagen ja bei KI immer Das ist ja so eine Maschinenur und das ist nicht mehr das echte Leben.
00:25:41: Und da wird manchmal so eine moralische Überhöhung mit reingebracht, dass KI einfach prinzipiell erst mal schlecht ist.
00:25:47: Aber wenn ich euch jetzt richtig verstehe entscheidet der Konsument was Gutes?
00:25:51: Das ist ein bisschen ein Trugschluss weil den Konsumenten ist schon klar, dass Werbung immer auch ein bisschen überträgt und Werbung nicht unbedingt die totale Realität widerspiegelt.
00:26:04: Und das war ja schon immer so und jetzt ist es nur mit den Mitteln der KI.
00:26:09: Also insofern gibt es diese Vorwürfe an die KI, also das gefähigte, das gefälschte eher von Seiten, die generell werbekritisch sind.
00:26:19: Diese sozusagen Werbung manipuliert immer, Werbung ist immer böse und die nehmen der Tat jetzt KI zum Anlass.
00:26:27: Also ihr altes Hasslied auf KI wieder zu beleben und erneut zu sehen, wie manipulativ das Ganze doch ist.
00:26:36: Also ich glaube die moralischen Aspekte... Da sind sehr so viele unbeantwortete Fragen, die da drinstecken.
00:26:41: Das kann man jetzt in der Kürze der Zeit gar nicht alles beantworten.
00:26:44: Aber die KI ist eine riesen Projektionsfläche für Alles mögliche Für Utopien, für Dystopien.
00:26:49: Man kann alles letztlich dranhängen Und genau, wie Du gerade gesagt hast.
00:26:52: Also da wird dann mehr an der KI die generelle Werbekritik festgemacht?
00:26:58: Ja also bezeichnet ist jetzt ein aktueller Buchtitel.
00:27:02: so für die Zukunft der Gesellschaft mit KI heißt einfach Abundance or Collapse!
00:27:07: Also Team Maximale Schlaraffenland Visionen also wo Arbeit nichts mehr kostet und alles durch die KI wunderbar krebs ist
00:27:17: besiegt
00:27:18: Alles ist gelöst.
00:27:19: Auf der einen Seite Abundance oder Collapse, dass eben wir Aufstände haben werden.
00:27:24: Alles Zusammenbericht und Kriegs-KI Roboter halt alles in so eine Terminatorlandschaft
00:27:31: verwandeln.".
00:27:35: Für unsere Premiere heute haben wir noch ein Thema – und zwar Haltung!
00:27:38: Ist heutzutage ein Markenerfolg nur noch mit der richtigen Haltung möglich?
00:27:44: Auch dazu habt ihr eine Studie mitgebracht, Thomas und Dirk.
00:27:47: Ich würde mal immer sagen das erste Produkt was mir einfällt zum Thema Haltung in Deutschland ich glaube sie waren mit die ersten vielleicht täusche ich mich Bionade.
00:27:54: Ja Bionada ist es gelungen da eben so ein relaunch der Livonade in die Welt zu setzen.
00:28:00: Die haben einfach gesagt für eine bessere welt und haben das auch so überhöht, dass man also jetzt ein Naturprodukt hat mit Fermentation statt Kunstzucker.
00:28:12: Und dass sie eben hier auch gestrahlt haben von der Moral her überlegen aber auch vom Produkt her über legen.
00:28:23: Geht es nur noch mit Haltung heutzutage?
00:28:25: Was habt ihr rausgefunden?
00:28:26: Also Haltung war in den letzten Jahren Ein Orientierungsanker in der Zeit von Multi-Optionalität, auch manchmal eine Abkürzung.
00:28:34: Bei Bionada hat damals die Kampagne das offizielle Getränk für eine bessere Welt, da war Produkt, ein Weltbild und eine Milieuerkennung.
00:28:41: Das hat gut funktioniert!
00:28:43: Wenn das dann aber sehr mainstreamig wird, kann es kippen?
00:28:46: Dann stellt man sich mal die Frage ist das noch authentisch?
00:28:49: Seid ihr das noch oder ist das jetzt nur noch eine Verpackung?
00:28:53: Und wir sehen in den letzten Jahren zunehmend so eine Abkehr.
00:28:59: Ich nenn's mal plattem Haltungsmarketing, weil wir haben ja jetzt so Zeiten... Wir haben es ja eben beschrieben durch die Krisen eigentlich so ein neuer Realismus und neue Sehnsucht auch nach Machbarkeiten.
00:29:10: Das ist nicht mehr nur noch um Haltung geht sondern vielleicht auch wieder um die Leistungen, um die Convenience, um den echten Service, um gute Preise.
00:29:17: und dass viele sagen der moralische Überbau das war mir auch ein bisschen zu viel.
00:29:23: Also ein Wendepunkt war also in Amerika, als Bartweiser ein Super Bowl einen Spot gezeigt hat mit der transsexuellen Influencerin Dylan Mulvainian und da war eben genau so... Effekt erzielt, der so übers Ziel hinaus geschossen hat.
00:29:43: Die haben praktisch ihrer Zielgruppe den grundamerikanischen Männern die Budweiser beim Football trinken.
00:29:53: Den haben sie ebenso das Gegenbild vor die Nase gesetzt.
00:29:56: Seht man die Zeiten sind jetzt so, alles ist diverse.
00:30:00: Alles ist jetzt anders und ihr müsst jetzt auch Werbung von transsexuellen Influencerinnen gut finden und progressiv finden.
00:30:09: Und dann gibt es so ein Bild das ist dann eben zu viel gewesen.
00:30:13: Das Haltungsthema wir haben das mal Dirk, wie lange ist das hier zwölf dreizehn Jahre beschrieben?
00:30:17: Das Zeitalter des gierigen Konsumenten.
00:30:19: Es war so eine bewusst bisschen provokante Zuspitzung in dieser Multi-Optionalität und die Marken waren ja früher mal Wegbereiter für Lifestyles, für Trends, für Fortschritte – und das griff nicht mehr!
00:30:31: Und Haltung war dann auch immer noch so ne Ersatzinstiftung.
00:30:35: Wie kann eigentlich so ne Konsumkultur weiterhin Gesamtgesellschaft die Orientierung
00:30:40: geben?!
00:30:40: Und dann kam ja in der Breite auch das Thema Wokeness und Diversity.
00:30:45: Und dann wurden sehr, sehr viele Marken auch politisiert.
00:30:49: Das hat dann zugleich polarisiert weil es aber die Frage ist, dass jetzt wirklich authentisch was sie machen oder ist das fake?
00:30:55: Aber wir würden eigentlich psychologisch eher sagen diese Sehnsucht nach Haltung ist eine Sehmsucht nach Orientierung und ne Sehensucht nach einem Konsum mit Sinnstiftung und dass man da nicht wie so ein, weiß ich, Konsumeffchen im Konsumenhamsterrad vor sich hin agiert.
00:31:09: Und deswegen ist das heute auch in sehr hochpolarisierten Zeit die einlieben, dass sie sagen es toll wenn die Marke dafür steht und andere sagen das ist alles irgendwie Virtue Signaling, das ist irgendwie alles Fake Verdacht.
00:31:22: Aber es gibt doch noch eine andere Dimension des Themas und das ist eben die Wirkung nach Innen.
00:31:27: also es ist durchaus für die Unternehmen wichtig, dass Sie sich darauf besinnen werden Sie Ihre Verantwortung gerecht Und das ist auch etwas, was die jungen Mitarbeiter motiviert.
00:31:38: Die sie versuchen ja für sich zu gewinnen.
00:31:41: und da es natürlich so wenn so ein Kick zum Beispiel einen Skandal hatte mit eben der Textilfabrik in Bangladesch die zusammengebrochen ist und Hunderte von Tote Dann hat man sich natürlich auch gefragt, haben wir als Unternehmen da auch genug Verantwortung übernommen?
00:31:58: und
00:31:59: die haben
00:31:59: gegen gesteuert.
00:32:00: Und es ist auch so wenn die Telekom sich Gedanken darüber macht welche Auswirkungen hat Social Media auf Jugendliche Zielgruppen?
00:32:08: Und dann eine Kampagne macht.
00:32:10: ne wir stehen für ein bestimmtes Bild das Social Media gerade nicht so viel Mobbing stehen.
00:32:17: Das sind schon aus dem Produkt heraus entwickelte
00:32:21: Leitbilder,
00:32:22: die dann halt auch greifen können.
00:32:24: Es ist eben schon die andere Dimension des Themas.
00:32:29: Aber dann ist ja Haltung etwas was die Marke tragen kann, was aus der Marke heraus entwickelt ist wo man wirklich das glaubt.
00:32:35: aber wir haben das auch Dirk in vielen Werbetests gesehen.
00:32:39: Haltung kann Produkt und Vertrauen nicht ersetzen wenn es nicht da ist.
00:32:42: Wir haben teilweise so Absurditäten getestet, dann ich sag mal bei einfachen Süßwaren oder so damit die Welt zu retten.
00:32:47: Das funktioniert nicht immer.
00:32:49: also da hat man es auch deutlich übertrieben.
00:32:52: Oder auch wo's so BAM auf die zwölf Ich sage mal so Victoria's Secret ist auch wieder zurückgegangen nachdem sie versucht hatten Dann ich sage mal Body Diversity zu zeigen und das sind manchmal Identitätsbrüche Die kein Mensch glaubt.
00:33:06: Jaguar war auch so ein Case, das war Katastrophe
00:33:10: Ja, aber da sieht man eben das Haltungsubstanz.
00:33:13: Und ist das auch schlüssig aus dem Produkt entwickelt?
00:33:16: Oder ist Haltung nur eine Maske gerade, dass sich die Marke damit aufhübschen will und dann kommt auch so das Gefühl eines gewissen Opportunismus rein.
00:33:26: Das sieht man ja auch zum Beispiel an so Konzernen wie Facebook, die dann eben sehr klar gesagt haben Ja wir müssen also Hate Speech eindämmen!
00:33:35: Dann sind die opportunistisch in die eine Richtung gerannt und sobald Trump an der Regierung war, Alles zu viel.
00:33:43: Und da sieht man ein Fähnchen in dem Wind und dann ist es das Gegenteil von Haltung.
00:33:48: Also nochmal, die Menschen haben ja eigentlich eine Sehnsucht nach Haltung, nach Werten.
00:33:51: Wer das negiert liegt falsch so... Die hassen nicht die Haltung!
00:33:54: Das wird dann nur manchmal ausgedrückt wenn dann die Markensuch gegen Wind bekommen.
00:33:58: Der Shitstorm kommt, wenn so ne Haltungskampagne in die Hose geht, wenn die Inkonsistenz gewittert wird, dieses hypermoralische was man vorgibt, aber nicht einhalten kann.
00:34:08: Aber eigentlich ist die Sehnsucht da... Ich fand den Punkt auch klar diskutierende auf viel die Generationen.
00:34:13: gerade mit der Betrachtung der GENZ jetzt vor einigen Jahren war das Thema gerade nach innen herein einen Bild zu propagieren extrem wichtig.
00:34:21: Also ich glaube Thomas und Dirk dieser Part eben hat ziemlich gut gezeigt warum es euren Podcast gibt Und wir sind durch mit der ersten Folge und ich sage mal Glückwunsch an euch beide.
00:34:30: und natürlich auch vielen Dank.
00:34:31: und jetzt die alles entscheidende Frage heute Wie fühlt ihr euch?
00:34:34: Ich fühle mich gut, weil die Leitung hat tatsächlich gehalten.
00:34:37: Ich hatte heute Internetprobleme und deswegen bin ich sehr glücklich!
00:34:40: Bei mir hat das Mikrofon funktioniert was auch nicht immer der Fall ist.
00:34:45: Vielen Dank Marcel dass du uns hier so durch navigiert hast, weil schon eine gewisse Erleichterung so viele Themen und dann doch hoffentlich alles mit Hand und Fuß rübergebracht.
00:34:57: Das ist mit euch beiden gar kein Problem, das läuft von selbst.
00:34:59: Wir sollten jetzt die Gelegenheit nutzen Jungs und gibt man Ausblick auf Folge zwei was haben wir unter anderem mit drin?
00:35:06: Also wir werden über Ostern sprechen.
00:35:09: Wir werden über die deutsche Bürokratie sprechen.
00:35:12: Da haben wir eine ganz spannende Studie gemacht.
00:35:15: Dirk wird in der Zeit in den USA sein und von einem neuesten Projekt vor den Mittermwahlen berichten.
00:35:23: Ja, live aus Washington wird es darum gehen das Election Lab vorzustellen weil nach dem guten Erfolg, den wir letztes Jahr hatten mit dem Wahllabor, was die Bundestagswahl begleitet hat haben wir dieses Jahr das Projekt in den USA hin zu den Mittermwahlen Hier auch entsprechende Forschung zu
00:35:46: machen.
00:35:46: Genau, und dann werden wir auch noch über longevity sprechen Riesenthema.
00:35:49: gerade ich habe gerade mit vielen Kunden dazu gesprochen.
00:35:52: Gesundheit, Sinn oder Optimierungswahn.
00:35:55: Also bis zur nächsten Folge unserer Podcast.
00:35:57: Das Marktpsychogramm erscheint alle zwei Wochen und zwar immer an einem Mittwoch, das heißt Folge Zwei hauen wir ausgerechnet am ersten April raus!
00:36:05: Natürlich freuen wir uns auch über Feedback egal ob positiv oder negativ.
00:36:08: Wir lesen garantiert alles.
00:36:10: hier ist unsere E-Mail kontaktetdasmarktpsychagramm.de und dann das Marktsychogram in einem Wort oder einfach kommentieren über die Plattform, auf der ihr uns gerade hört.
00:36:23: Und wenn ihr sagt Dirk und Thomas – die beiden finde ich richtig gut – gerne unseren Podcast abonnieren denn das ist für Podcaster das größtmögliche Kompliment!
00:36:30: Jetzt zum Schluss noch ein kurzer Hinweis auf den neunzehnten März, Dirk, denn dann passiert etwas, ich sag mal historisches...
00:36:38: Naja, das ist jetzt übertrieben.
00:36:40: Aber ich werde sechzig und ich hatte mir überlegt zum sechzigsten Geburtstag auch ein kleines Event zu machen mit internationalen Kollegen aus USA China und England wo wir anlässlich eine Buchankündigung neues Buch von mir bestimmte Themen aus den letzten dreißig Jahren Marketingforschung besprechen.
00:37:05: Und da kann jeder theoretisch dabei sein, wie geht das?
00:37:07: Der Link ist in den Show Notes.
00:37:09: Es ist eine Veranstaltung auf Zoom aber nicht nur dieser Link ist es in den show notes sondern auch zu dem ganzen studien die wir heute benannt haben
00:37:18: großartig.
00:37:18: und jetzt noch die allerler letzte frage thomas du hast schon geschenk für dirk?
00:37:22: ja hab ich und ich werde doch die laudatio halten.
00:37:26: dass ist das geschenkt also
00:37:28: alles.
00:37:29: nein es gibt dann auch noch ein physisches geschenken
00:37:32: Alles klar.
00:37:32: Danke an euch Schweigen, danke an alle die zugehört haben und bis
00:37:36: zum nächsten
00:37:37: Mal!
00:37:37: Das
00:37:38: war das Marktpsychogramm Menschen Marken Medien Ein Maskenau Podcast mit dem Institut ConceptM Und Marcel Becker.
Yvonne Berger
‧Thomas Läufer
‧