Love Brands / KI-Assistenten / China / Testimonials Bob Dylan und Hape Kerkeling
Shownotes
In dieser Folge beantworten die Gesellschaftsforscher und Psychologen Thomas Ebenfeld und Dirk Ziems im Gespräch mit Medienexperte Marzel Becker folgende Fragen:
- Love Brands: Können wir Lieblingsmarken sofort erkennen?
- KI-Assistenten: Sind sie die neuen Marken-Guide?
- China: Sind die Chinesen wirklich so erfolgreich wie viele denken?
Produziert wird der Podcast vom Kölner Medienbüro MAASS·GENAU.
Fragen, Anregungen, Kritik unter: kontakt@dasmarktpsychogramm.de
Studien und Infos unter:concept m
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00:00:03: Das Marktpsychogramm, Menschen marken
00:00:07: Medien.
00:00:09: Mit den Psychologen und Gesellschaftsforschern Thomas Ebenfeldt und Dirk Ziems vom Institut Konzept M präsentiert von Medienexperte
00:00:18: Marcel Becker.
00:00:21: Zwei Werbespots sind mir in den Wochen seit unserer letzten Produktion aufgefallen.
00:00:25: zwei Spots die mit Promis arbeiten allerdings auf ganz unterschiedlichen Ebenen.
00:00:30: Fangen wir mal mit dem neuen Spot von Audi an.
00:00:32: Geht um ein Hybridmodell, den neuen RS-Fünf.
00:00:36: Der Spot zieht einen historischen Vergleich und zwar zu Bob Dylan und seinem Switch von der akustischen zur elektrischen Gitarre.
00:00:43: Zeit hier im Film!
00:00:44: Du bist Bob Dylan Fan oder?
00:00:46: Du kennst den Spot natürlich.
00:00:47: Ja das ist schön gemacht und geht das Herze auf.
00:00:51: Ich finde auch, dass Audi hier ungemein geschickt vorgeht.
00:00:54: Weil das ist ja so im Kontext zu verstehen der Krise der bisherigen großen europäischen Sportwagenmarken also jetzt reihum Jaguar Porsche zuletzt dieses Disaster mit dem neuen Design von Ferrari Das zeige ich dir, die sind in einer Identitätskrise.
00:01:12: Also es gibt eine neue Welt des Automobils, die in China auch schon ganz stark stattfinden.
00:01:18: Da stürzen ja auch deren Umsätze ein und sie wissen nicht so recht zählt also ihr Können.
00:01:24: der Verbrennermotor zwölf Zylinder acht Zylindern Fantastisches Handwerk, eben ja die Petula Hats sagt man so.
00:01:34: Die sind da natürlich in der Nostalgie auch drin und alles was die versuchen mit Modernisierung Richtung elektrisch ist ganz ganz schwierig für diese Marken.
00:01:43: Das bricht ganz schnell deren DNA.
00:01:46: Und wir müssen ja noch eine Sache hinzufügen für den historischen Kontext als Bob Dylan diesen Switch gemacht hat wo er unter anderem Wüß beschimpft, Judas Rufe.
00:01:55: Das war für die Hardcore-Fans damals eine Katastrophe und das ist dann wahrscheinlich der geschickte Switch auch den Audi davor nimmt oder?
00:02:02: Das ist der geschicktes Switch und die legen da noch einen drauf weil sie im Grunde zeigen dass es ja das Problem der anderen Sportwagenhersteller bei den Elektromodellen der Sound nur noch aus dem Lautsprecher kommt, also ultrafake.
00:02:15: Das ist wie die Schändung eines Kulturguts bei Ferrari wenn dann der Sound noch ausm Lautsbrecher kommt bei dem Lutsche oder beim neuen.
00:02:23: Aber Audi macht es ja anders.
00:02:25: Es ist ein Hybrid-Modell und es gibt dort im Spot so Wenn er losfährt mit dem Auto die rote Taste Und das ist der Electro Boost.
00:02:33: Zum Verbrennermotor werden da noch mal zweihundert PS von dem Elektromote dazu geschaltet.
00:02:38: Dann geht das Ding erst recht ab wie Rakete, d. h., hier wird eine Geschichte die unbewusster drin steckt.
00:02:45: Hier darf ich vielleicht mal etwas in die psychoanalytische Kiste treiben!
00:02:49: Mit dem Elektroauto ist eine Kastrationsangst verbunden dass hier also die Potenzen, für die dieses Urgetümen eines Zwölf- oder Achtzylinder stehen.
00:02:59: Die werden einem weggenommen und man hat danach noch so ein Lautsprecher Sound.
00:03:03: Und diese Kastrationsangst kann eben hier Audi-Kongernial vermeiden indem sie sagen Elektro ist sogar noch mehr Power!
00:03:12: Noch mehr Männlichkeit, noch mehr Dominanz.
00:03:14: Was ich spannend finde.
00:03:15: Audi nutzt der Dylan hier logischerweise Sinnbild für die Transformation, aber es geschieht noch mehr wenn wir uns den Markt der Elektromobilität angucken.
00:03:23: Ich sage mal die chinesischen Marken die kommen und so weiter.
00:03:26: So nutzt finde ich Audi ganz geschickt hier so ein kulturellen Mythos unten Code und versucht halt so ich sag mal so einen klassischen Netz jetzt mal westlichen Wert über Bob Dylan Popkulturelle Werte etc.
00:03:39: Die Marke damit aufzuladen.
00:03:41: Und wofür steht das häufig auch?
00:03:42: Das ist dann zugleich so ein Aufladen mit einer gewissen Form von Ästhetik, Mit einer Bedeutung, mit einer Relevanz und so.
00:03:49: Ich finde dieses Andocken an einen Mythos in der Zeit wo gefühlt... Wir haben über hundert chinesische Elektromarken.
00:03:57: Das find ich ein ganz geschickter Move hier so'n Sinnbild zu schaffen und damit die Marke auch wirklich kräftig aufzulladen.
00:04:09: Ich würde mal sagen, immer so Teil des Anti-Esteplishments.
00:04:12: Mittlerweile ist der Mann oder seine Musik in Spots zu hören für Chrysler, IBM Cadillac und – falls ihr es noch nicht wusstet – solltet ihr euch angucken Victoria's Secret.
00:04:21: Was sagt ein Bob Dylan Fan zu Victoria's Secrets Dirk Saschlau?
00:04:25: Ich würde jetzt zur Ehrenrettung sagen, wahrscheinlich hat er seinen Katalog verkauft an irgendeinen Medienkonzern und hat halt gar keine Bestimmungsmöglichkeiten mehr darüber.
00:04:36: Aber es ist natürlich ein Problem das eigentlich alles so zum Versatzstück wird und man kann alles in jedem Kontext bringen.
00:04:46: Und ja, ich find's als alter Bob Dylan Fan nicht schön!
00:04:50: Aber das Anti-Establishment, diese Geste wird irgendwann selber Kultur kapital.
00:04:56: Was Gegenkultur war, wird irgendwann immer zitierfähiger Mythos.
00:04:59: Das siehst du auch bei der Pankultur oder so was.
00:05:01: und das ist jetzt halt der historische Dylan als reale Figur den gibt es gar nicht mehr.
00:05:06: die erst heute verdichtete Bedeutung Und der soll dann immer noch dieses unangepasste, eigensinnige und dann geeignet halt für eine Transformation.
00:05:14: Das soll er letztlich verkörpern.
00:05:16: Aber das wirkt psychologisch trotz dennoch, obwohl wie du richtig sagst Marcel, dass eigentlich Paradox ist.
00:05:22: Gerade in dem Spot es war ja mutig und es war auch gegen seine eigene Ferngemeinde da in der Folggemeinde, dass er darauf elektrischer umgestellt hat und stückweit überträgt sich auch der Mut auf die Marke Audi.
00:05:35: also die Innovation annehmen, aber das in ihrer Art auch interpretiert kriegen.
00:05:41: Und es kommt eben nicht was bei Ferrari kommt, dass es so komplett als Verrat rüberkommt, was sie da mit dem neuen Elektroauto Lutsche bei Ferrari gemacht haben.
00:05:50: Das ist sicher magentechnisch schwierig!
00:05:52: Mit Dylan knüpfen die anderen und sagen wir schreiben euch den Mythos weiter.
00:05:56: also das was wir mit Audi geschaffen haben über die Jahre wird jetzt weitergeschrieben und das schon geschickt ist gut gemacht.
00:06:02: Mal sehen, ob ihr auch so positiv über den anderen Spot redet.
00:06:06: Der zumindest mir aufgefallen ist in den letzten zwei Wochen der neue spot von netto mit hape kerkeling und er schlüpft in die rolle von gerdmüse abgekürzt g punkt müse.
00:06:17: Wie findet ihr das?
00:06:18: Ist das eine gute idee?
00:06:19: um ehrlich sein sagst gleich vorne weg.
00:06:21: für mich ist habe kerkling eigentlich nur noch aus schlimmer.
00:06:24: Er wird ja nicht als hape Kerkling eingesetzt sondern dass was sehr so gut beherrscht als Verwandlungskünstler.
00:06:30: Klar, Horst Schlemmer ist glaube ich die Prominenzfigur jetzt auch nochmal durch den Kinofilm aber er war Königin Beatrikseva Ushibloum und er darf halt eine Kunstfigur sein ohne dass es unglaublich wirkt.
00:06:41: das is natürlich ein einfacher Gag.
00:06:44: aber darin liegt auch die Stärke gerade dieses Spots, denn bei Obst und Gemüse brauchen wir jetzt kein Intellektes Foyton man braucht Merkbarkeit Frische Leichtigkeiten hier zum Alter Und ich finde das schafft der ganz gut.
00:06:55: Ja, der funktioniert hier dann auch über eine niedrige Werbeabwehr.
00:06:59: Weil der Humor nimmt auch das Thema jetzt der bewussten Ernährung den potenziell immer damit verbundenen erhobenen Zeigefinger auch nicht so ernst.
00:07:07: es geht ja mehr um den Spaß am frischen.
00:07:09: also ich würde schon eher eine hohe Punktzahl für diesen Spot geben
00:07:13: und man nimmt dem ja nichts übel dem Mann.
00:07:16: Nein, das ist kommunikationstechnisch schon geschickt, weil so Flachwitze die bleiben halt irgendwie hängen.
00:07:23: Wenn ich jetzt nochmal zum Netto gehe bei uns in der Nachbarschaft gibt es auch so ein Netto und ich stelle mich da dann ans Gemüseregal erinnere ich vielleicht auch wieder eben Obst-und-Gemüse als den Basketballspieler und den Papekerkling.
00:07:38: Das ist schon etwas was hängen bleibt um dass ja die Hauptsache
00:07:42: Ja, die Gefahr ist nur immer halt dann auch das Branding und den Absender.
00:07:45: Wenn jetzt das Klamaukige mit Gemüse hängen bleibt kann das gegebenenfalls netto überstrahlen?
00:07:53: Vielleicht wirbt es auf von anderen Discounts.
00:07:56: Ist nicht so seriös wie EDK.
00:07:58: Vier lieben Lebensmittel!
00:08:00: Das ist natürlich ein anderes Commitment.
00:08:02: Habt ihr vielleicht bewusst
00:08:03: ne?
00:08:04: Ja, ist netto.
00:08:05: also da geht man auch hin weil's dann noch mal bisschen billiger is'.
00:08:08: Aber weil ihr diesen Basketballer angesprochen habt, ich musste da auch erst mal mich schlau machen.
00:08:12: Ich dachte das wäre eine Kunstfigur an die Obst.
00:08:14: Entschuldigung der Name!
00:08:15: Aber es ist ja tatsächlich ein deutscher Basketball-Weltmeister und ich kannte ihn nicht.
00:08:19: Ja vielleicht ist das auch aus der KI gekommen diese Werbespot Idee?
00:08:23: Dann hat man gesagt wir haben als Testimonial Harpe Kerkelinge und Andreas Obst Und dann hat die KI vielleicht Obst und Gemüse draus gemacht.
00:08:32: Kann sein, wer weiß das.
00:08:33: Aber ich finde eine Sache beweisen diese beiden Spots doch auf jeden Fall die Macht der Sports oder?
00:08:39: Das Gucken ist doch machtvoll!
00:08:44: Ich war vor ein paar Wochen auch nochmal auf einem Screen-Force Day und hab da unsere jüngste Studie zu TV-Werbewirkung vorgestellt und das ging da auch wieder um die besondere Macht der TV Werbung.
00:08:58: Und es ist wirklich in der Tat nicht tot zu kriegen, leider darf ich heute noch nicht Details dieser Studie erwähnen erzählen aber es reiht sich so ein was wir daraus gefunden haben.
00:09:09: eben einen Grund befunden TV Spots können Emotionen tiefer und länger auserzählt bringen.
00:09:18: Das zeigt uns der Audisport hier ganz besonders, weil das ist ein faktischer Hintergrund die Aufmerksamkeitsspanne von TV-Spots zur Richtung sechzehn, siebzehn Sekunden geht im Schnitt während Social Media da nur zwei bis vier Sekunden schafft.
00:09:34: Der Goldfisch!
00:09:35: Weit unter Goldfische.
00:09:36: Hälfte von Goldfischen aufmerksamkeitsspanne.
00:09:39: Ja,
00:09:39: unter Goldfish stimmt.
00:09:41: Wir sehen das ja auch in unseren Studien, wenn wir jetzt zu Werbewirkungen forschen.
00:09:46: Die Probanden, die Verbraucher erinnern in der Regel die Marken besonders schnell, die in der großen Ära dieser Werbespots auch präsent waren.
00:09:56: Die sind bis heute präsentauchziger, neunziger Nullerjahre und das schafft Social Media natürlich nicht.
00:10:03: Nicht umsonst sind die Spots ja mit den Streaming-Diensten zurückgekommen.
00:10:08: Also, dass eben jeder auch erfahren hat es geht nicht ohne diese filmische Erzählung also diese drei Sekunden Film der kann eben Bannen packen, der kann Wendungen, Twistplots.
00:10:20: dagegen sind dieses Social Media Sachen eher Splitter und sie können emotional nicht so inszenieren und so verdichten wie das der TV Spot kann.
00:10:31: Und einen überzeugenden Werbedialog, eine Überzeugungsmechanik.
00:10:35: Die braucht halt auch ein paar Sekunden.
00:10:36: Du kannst nicht einfach da ein Argument dranhängen!
00:10:40: Es ist auch die Rezeptionsverfassung während man bei Social Media am zweiten ist mit dem kleinen Screen wenn es der Netflix Abend ist.
00:10:48: oder halt der TV-Abend Da ist man auf dem Sofa, da ist man so eingestimmt.
00:10:53: Da gibt man dem auch Raum.
00:10:55: die TV-Spots das haben wir in der früheren Studie so festgestellt als wir in unserem Alltagsstudio die Leute gefilmt haben wie sie abends Fernsehen und wir konnten dann oft den Videos die entstanden sind ganz genau nachweisen wie oft gewartet wird auf die TV Werbung.
00:11:12: also es noch fördern gründlich diese ganze Kritik.
00:11:15: zu viel werben was gehört zum Ritual dazu?
00:11:18: Der Jauch hat dann diese bunten Unterbrechungen, der Krimi wird auch zu anstrengend und da will man zwischendurch eine Bierwerbung.
00:11:25: Da ist also so ne geheime Kommunikation zwischen Werbeblock- und Programm was sehr genau austariert ist und sehr gut funktioniert.
00:11:33: Das überrascht mich jetzt wirklich.
00:11:34: Ich dachte heutzutage, jeder zweite steht sofort auf und geht in die Küche oder sonst so hin, sobald die Werbung kommt!
00:11:40: Das passiert andauernd.
00:11:41: das sind die kalkulärbaren Streuverluste.
00:11:44: Second Screen Verhalten passiert auch oft dass die Menschen dann eben wenn der Spot kommt anfangen zu surfen.
00:11:51: aber auch da haben wir was Spannendes herausgefunden.
00:11:54: Immer wenn Werbespots laufen, hat man nachgewiesen dass ungefähr fünf bis zehn Minuten später die Leute auf diese Webseiten gehen von diesen Anbietern.
00:12:04: Also da lief dann Booking und Reise und dann braucht es so ungefähr zehn Minuten bis es sich im Köpfchen ratatata gesetzt hat und dann geht der Finger auf dem Screen und das wird am Handy nach Booking der nächsten Reise gesucht Und der Effekt ist dann sogar, wenn wir die danach interviewen.
00:12:22: Erinnern Sie nicht das sie den Spot im Fernsehen gesehen haben?
00:12:26: Aber was du einschränken sagst Marcel, natürlich haben wir in der modernen Aufmerksamkeitsökonomie erhöhte Streuverluste, weil alles miteinander konkurriert.
00:12:34: aber die Mechanismen sind so.
00:12:35: Das ist die Faktor.
00:12:40: Vor gar nicht so langer Zeit haben wir noch Suchmaschinen benutzt, heute führen Menschen Gespräche mit einer Maschine und wir nennen das O-Fanci KI Assistent.
00:12:49: Was ist das?
00:12:49: Ist das die Zukunft oder ist es nur ein Trend der auch wieder vorübergeht?
00:12:53: Ja also das ist jetzt ein Trend, der sich zumindest ganz klar andeutet und wie weit erreichen wird ist sicher auch nicht klar aktuell aber es geht darum dass man also persönliche Assistenten hat zurzeit eben auf dem Handy.
00:13:10: Man
00:13:10: spricht mit denen mehr, als dass man jetzt noch einzelne Apps raus sucht auf seinem Handy und damit einzelnen Apps was macht?
00:13:17: weil dieser persönliche Assistent kann alles auf dem Handyselber bedienen.
00:13:21: und wenn man ihm dann fahr ich habe vor eine Städte Reise nach Hamburg zu machen am nächsten Wochenende mach mir mal Vorschläge Dann wird dieser KI Agent hingehen und alle Reiseportale durchkämmen Und er kommt zurück mit einem ganzen Programm.
00:13:36: Ich würde empfehlen hier mit der Bahn anzureisen oder dieses Flugzeug und dann das Hotel und das Programm.
00:13:42: an dem Tag kannst du so machen.
00:13:44: Und übrigens gibt es am Abend ein Konzert von Udo Lindenberg, den magst du doch auch!
00:13:49: Dann könnten wir das für dich buchen.
00:13:51: Also die digitale Nutzung verschiebt sich aktuell.
00:13:55: von so einer Suche also früher haben wir gesucht auf Google haben sie eingegeben da haben uns durch die Trefferlisten gekämpft hin zu so eine Begleitung also zu einer Orientierung der Vorstrukturierung, eine Erleichterung und das verschiebt sich gerade.
00:14:09: Das hat natürlich auch Folgen für die Aufwindbarkeit von Marken im Netz.
00:14:12: Jeder kennt das mittlerweile.
00:14:13: man gibt bei der Google Suche was ein und dann erscheint erstmal eine KI-Zusammenfassung und da muss heute Marke auch auftauchen weil häufig muss man sonst runter scrollen oder kommt mal auf die relevanten Seiten.
00:14:24: also dass ist das was auch faktisch jetzt grade so ne Folge dessen is.
00:14:28: Aber ist das für Marken nicht eine Katastrophe?
00:14:30: Also erst mal musste sie bei Google gefunden werden und jetzt muss der KI-Assistent die Marke finden, damit Sie in irgendeiner Form noch relevant sind.
00:14:38: Wie funktioniert das?
00:14:40: Wenn es so kommt, ist das sicherlich eine Herausforderung für die Marken.
00:14:43: aber jetzt gehen wir noch einen Schritt zurück.
00:14:45: Die Frage ist ob das so kommt... die Menschen wirklich diese Assistenten so wollen.
00:14:51: Ich habe ja dieses Beispiel geschildert, da werden viele aussteigen und sagen ich bin dann ja komplett abhängig von einem System und werde dann halt auch im kritischen Nachfragen und doch wieder selber suchen wollen.
00:15:03: also das ist durchaus auch unentschieden wie stark solche KI-Assistenz angenommen werden.
00:15:10: Das, was Dirk sagt ist völlig richtig.
00:15:11: Wollen das alle?
00:15:12: Aktuell ist der Anteil geringer.
00:15:13: Was ich eben meinte natürlich jetzt schon bei einer normalen Suche die KI-Zusammenfassung da.
00:15:18: Das meint ich nur.
00:15:19: Da muss eine Marke Aufhindbarkeit sein und dass es Programmieraufwand gibt.
00:15:22: Das andere, was aber passiert durch die Agentennutzung, dann werden wir sehen wie breit sich das durchsetzt.
00:15:29: Es sind Anfängen viele Nutzen das experimentieren suchen würden aber noch nicht Sag ich mal, kauf damit vielleicht.
00:15:36: Das würden sich noch nicht trauen!
00:15:38: Aber was das psychologisch bedeutet?
00:15:40: Also die KI oder die Agenten verschieben jetzt eigentlich beim Verbraucher so ein Thema wie eine Markenwahl von einer reinen Selbstdarstellung, Aufmerksamkeit, Wow-Effekt hin dazu dass die RTBs so eine Erklärbarkeit des Produktes eine Systembewährung wichtig wird.
00:15:58: Weil die KI guckt darauf.
00:15:59: Die wählt die Marke aus, die besonders hohen Nutzenvorteil vielleicht mit verspricht.
00:16:04: also wir haben ja eigentlich eine Verschiebung innerhalb der Positionierung das auf einmal das Rationale Neben dem emotionalen vielleicht wieder viel wichtiger wird, sonst wird der KI irgend das nicht.
00:16:15: Aber ist der KI-Assistent denn jetzt im übertragenen Sinne bestechlich?
00:16:20: Weil ich als Firma doch wahrscheinlich bezahlen muss dafür, dass so ein KI-assistent mich irgendwie auch nennt und anzeigt oder ist das jetzt zu kurz gesprungen?
00:16:28: Also den Verdacht, den du da hast, den verdacht haben eben sehr viele Und das macht die Glaubwürdigkeitslücke aus und auch den Widerstand.
00:16:37: Also, wenn ich dann so eine Assistent wähle und ich habe dann Google Handy und Android.
00:16:42: Und ich übertrage denen das dann alles Na klar im Hintergrund fließt da viel Geld.
00:16:49: und sind denn diese Vorschläge daraus kommen wirklich objektiv?
00:16:53: Und da ist glaube ich auch immer so ne Verlagerung zu sehen dass Wenn ich zu viel delegiere von meiner Verantwortung und zu viel abgebe, dann habe ich ja auch das Gefühl, ich hab' das gar nicht mehr unter Kontrolle.
00:17:07: Und hier ist ganz offen wie die Konsumenten das annehmen.
00:17:11: Aber das sind Image-Themen – ob das so is'.
00:17:14: Das sind vielleicht Vorurteile, die Verbrauch haben!
00:17:16: Aber jetzt rein faktisch….
00:17:17: wenn die klassische Kommunikation mit Image- und Wiedererkennbarkeit arbeitet Gucken die KI-Agenten prüfen, was sagen die Daten?
00:17:25: Bewertungen, Preise, Konditionerfahrung, Quellen.
00:17:28: Also das werten sie aus und das prühen sie und darauf basieren die Erfehlung.
00:17:31: Da kann ich natürlich als Verbraucher das Gefühl haben, dass es irgendwie eingekauft oder gefaked oder sonst irgendwas ist.
00:17:36: aber erst mal faktisch so.
00:17:38: Was wir schon sehen, dass die klassischen Markenversprechen müssen künftig auch mehr Beweis führen, dass sie wirklich so sind.
00:17:46: Und das andere, was Dirk anspricht ist.
00:17:48: Das ist dieses Unbehagen, was wir uns ja nicht klar machen!
00:17:52: Wir sehen das heute in unseren Tiefeninterviews häufig, da wird am Küchentisch diskutiert oder Marcel, wir diskutieren und wir sind uns nicht einig, dann sage ich komm' wir fragen jetzt einfach mal die KI so... Was bedeutet das?
00:18:03: Implizit verschieben wir oder wird die KI zu so einer Autorität der wir dann vertrauen?
00:18:08: also wir verlagern quasi Die Last des Entscheidemüßens wehrt jetzt recht oder nicht.
00:18:13: Lagern wir permanent aus, das machen wir unbewusst schon die ganze Zeit und damit wird die Kain natürlich in unserem Alltag auch unheimlich mächtig.
00:18:19: Das ruft dann wieder die Gegenbewegung auf den Plan und sagt Jetzt nicht ich will schon noch selbst entscheiden
00:18:25: Aber Thomas früher haben wir dem Brockhaus vertraut diesem großen Lexikon.
00:18:29: Dann ging das irgendwann mit Google los, Google haben wir ja auch vertraut.
00:18:33: Ja aber der Unterschied ist beim Brockhaushausen hat er selber rumgeblättert und geguckt und hat da vielleicht eine Anmerkung drin.
00:18:39: und heute wird uns das so präsentiert in so einer enorm hohen Plausibilität!
00:18:43: Und der große Sprung ist denn die KI-Folz sieht mit der agentischen KI dass das Maschinen sind die tatsächlich selber agieren können Und nicht mehr nur einfache Programme, die was ausführen.
00:18:57: Was an Funktion klar ist wie die Apps und da ist diese ganze KI Entwickler Szene auch sehr weit in ihrer Bubble den Durchschnittmenschen enteilt.
00:19:08: Die sind ein Welten drin.
00:19:10: wenn man da auf KI Kongressen sind und die technologisch erklären was jetzt schon möglich ist dann hat man da Agenten, die mit Agenten sprechen die sich gegenseitig abstimmen, dann gibt es so Polizeiagenten, die die anderen Agenten kontrollieren.
00:19:26: Dann hat man Nachrichten von Enthropic dass ihr neues System Mythos-Agenten erzeugt war, die waren gar nicht mehr zu stoppen.
00:19:34: Also Konstellation, dass die also ihre Überwacher bewusst betrogen haben und hintergrund haben.
00:19:41: Die Viren gebaut diese Agenten.
00:19:43: Also ein ganz ganz schwieriges Feld was sich da als in dieser Techno-Bubble der KI Entwickler gerade alles auftut
00:19:51: Was der Dirk gerade beschreibt, diese Ambivalenz.
00:19:54: Wir sagen häufig in unseren Vorträgen auch die KI ist eigentlich die große Projektionsfläche unserer Zeit.
00:20:00: Die ist ja nicht nur eine Technik oder ein Tool sondern da wird alles reingelegt.
00:20:03: Alle Heilserwartungen alle Utopien aber auch alle Dystopien.
00:20:07: ich hatte eben als Dirk das sagte diesen ganzen Matrix-Bildern wie Keanu Reeves da verfolgt wird.
00:20:12: Aber auch hier nehmen wir nochmal das Beispiel warum dass die Leute in so Ambivalenzen und Paradoxien führt.
00:20:18: Auf der einen Seite nutzt du diesen KI-Again.
00:20:20: Du bist auf einmal wahnsinnig smart, hast deinen gebildeten Freund, dein Sparringspartner, jemand, der das alles für dich ausliest und dir dann so eine Auswahlmöglichkeit bietet.
00:20:31: Dadurch fühlt man sich vielleicht enorm selbstwirksam, souverän ist nicht ein passives Konsumäffchen.
00:20:38: Auf der anderen Seite bleibt natürlich dieses enorme Unbehagen.
00:20:41: ich delegiere das alles!
00:20:43: Ich bin ja gar nicht mehr selbstwirksam, das macht jetzt die KI für mich.
00:20:45: also man gibt auch unfassbar viel ab Und dazwischen titscht das immer und das führt dann immer zu diesen enormen Ambivalenzen.
00:20:52: Ja, also man kann fast sagen die KI führt die Gesamtkultur in eine bipolare Störung.
00:20:58: Also es gibt nur eben ihre Utopien und es gibt erschreckendste Dystopien Derart wirklich wie in diesen Science-Fiction-Filmen, dass sie die Macht übernehmen.
00:21:08: Die Menschheit zerstören und das wird das große Thema sein.
00:21:12: Das hat auch der große Psychologe Daniel Kahnemann gesagt, dass sich die KI durchsetzt ist keine Frage aber Wie die Menschheit sich dazu verhält?
00:21:22: Das ist eines der ganz großen Themen und Probleme unserer Zeit.
00:21:27: Ja also wir wollen ja alle diese Entlastung Die ist ja auch phänomenal.
00:21:31: Jeder, der das nutzt weiß dass diese monkey worked.
00:21:34: Aber die Entlastung darf nicht in der entmündigung führen und das ist wo viele auch so ein unbehagene haben.
00:21:39: also wir sind ja auch psychologen Wir reden auch mit den klinischen kollegen und so Und die sind alle sehr sehr kritisch was das betrifft.
00:21:45: deswegen wir haben ja auch als institut wir gucken einmal Was macht die KI?
00:21:48: Mit uns in der Kultur und gleichzeitig sind wir natürlich glaube ich auch führend was die Entwicklung dieser systeme für einen marketing betriffe.
00:21:56: aber eben nach dem konzept der Augmented Intelligence, das heißt die Maschinen, Large Language Models und so weiter.
00:22:04: Die sollten eigentlich immer nur ergänzen aber die Menschen sollten weiterhin am Steuerrad sitzen.
00:22:10: also Co-Pilot Idee Das ist so wie KI eigentlich am produktivsten einsetzbar wird.
00:22:17: Ja gehen wir nochmal auf die Marken zurück weil das war ja der Punkt künftig wird der Kampf um Aufmerksamkeit eigentlich geführt zwischen Deutungsinstanzen.
00:22:27: Es ist Perplexity, es ist KI.
00:22:29: Ist das noch die klassische Werbung?
00:22:32: Ist es der KI-Agent?
00:22:33: Ist vielleicht ja also die Marke, die aus sich heraus kommuniziert und das wird noch spannend sein das weiter zu beobachten.
00:22:40: Wer wird denn da wahrscheinlich am Drücker sein?
00:22:42: ich tippe doch mal dass jetzt schon Google und Meter Milliarden ausgeben um dafür hinzusehen.
00:22:47: oder?
00:22:48: Es ist so, dass es ein Zweikampf zwischen USA und China.
00:22:52: In China sind im April allein sechs neue Sprachmodelle rausgekommen auf dem Level von Chatshipity.
00:23:01: Jetzt sind die noch drei Monate zurück im Vergleich zu den US-amerikanischen Firmen aber es deutlich das also China auch zur KI supermacht wird.
00:23:12: Es gilt leider so, dass Alte – ja ich will jetzt hier sagen Sprichwort.
00:23:17: Amerika innoviert China auch und skaliert zusätzlich und Europa reguliert Das heißt ein Bruchteil der Investitionen das noch aufließt ab nach Amerika.
00:23:29: wenn hier Firmen erfolgreich werden gehen die rüber.
00:23:32: düstere Lage also es wird zur Datenkolonie werden.
00:23:36: von den anderen ist halt leider eine Perspektive die ziemlich nahe liegt.
00:23:42: Wenn wir nochmal jetzt auf die KI-Agenten und eine Markenwahl zurückkommen, dann sehen wir schon das künftig die Marken nicht nur ein gutes Image haben müssen sondern sie müssen auch dem Urteil des KI-Agenden bestehen.
00:23:55: der guckt halt auf Zahlen, Fakten, Daten, Quellen, Bewertungen und so weiter.
00:24:00: Und das wird die Herausforderung für die Markenführung auch in Zukunft sein weil es ist nicht aufzuhalten.
00:24:04: also wie vieles am Ende machen und tatsächlich noch sagen ich möchte dass entscheiden und wie sich das verschiebt das hängt natürlich auch jeweils von der kategorie der marke der gewichtung der bedeutsamkeit ab.
00:24:14: aber das ist ein thema das wird uns nicht mehr loslassen.
00:24:20: Dirk, du hast es eben schon angesprochen.
00:24:21: Unser Thema was wir jetzt noch mal am Wickel haben werden nämlich China war bei dir im Nehmensatz.
00:24:26: aber jetzt ist es tatsächlich so dass du das Thema mitgebracht hast unter der Überschrift wie China aus deutscher Perspektive überhöht wird.
00:24:33: also wenn ich dich eben verstanden habe ist ja China kurz davor in bestimmten Bereichen die Weltherrschaft zu übernehmen.
00:24:38: Aber das is nicht ganz so der Fall wenn man mal hinter die Fassade guckt.
00:24:42: Ja, in der Tat.
00:24:43: Also wir sind in der glücklichen Position Thomas und ich das wäre so viel in der Welt rumkommen Und auch ein bisschen die Binnenperspektive haben aus diesen Kulturen also aus Amerika Lateinamerika oder eben auch China jetzt jüngst auch Indien und Wir erleben dass in der deutschen Debatte oft so ein bisschen Einseitig.
00:25:03: also wir schimpfen über den trump Die chinesen machen irgendwie alles richtig sie sind massiv auf der Überholspur.
00:25:11: auch so kleinere Meldung, dass die wohl auch ein paar Probleme mit Immobilien haben.
00:25:15: Aber im Grunde sind das halt Monolithen in der Wahrnehmung und in der Tat ist da viel Projektion dabei.
00:25:24: Also wir haben einen Team auch in Peking und bereisen selber und kriegen das aus den Forschungen mit.
00:25:30: Es ist eigentlich keine der Kulturen aktuell.
00:25:35: also in dieser globalen Welt, die ja auch heftige Wendungen macht So ein totaler Sieger oder alles läuft glatt.
00:25:44: Aber Dirk, woher kommt dann dieser Eindruck?
00:25:46: Weil wenn ich an China denke... Ich sage jetzt noch ein paar Schlagworte, weil es wahrscheinlich jeder sofort ja habe ich auch schon mal gehört diese Hochgeschwindigkeitszüge die gewaltigen Fortschritte bei der Entwicklung von KI, die du ja eben selbst angesprochen hast oder auch die chinesischen E-Autos, die jetzt alles platt machen.
00:26:01: Irgendwas muss doch davon
00:26:02: stimmen.".
00:26:03: Das stimmt auch und es ist im Wesentlichen auch so dass darin sich spiegelt wie die Deutschen insgeheim an dem Stillstand leiden.
00:26:13: Der in der Politik herrscht dieses Nullwachstum diese fehlenden Perspektiven, diese fehlenden Ziele Und da schafft man sich mit China so die Projektionsfläche von einem Land, wo das alles genau umgekehrt ist.
00:26:27: Wenn die was planen, dann setzen das mit China-Speed um.
00:26:31: Wenn sich ein Ziel setzten... Also das haben sie vor fünfzehn Jahren gesetzt in fünfundzwanzig Industrien weltweit immer Nummer eins oder mindestens Nummer zwei zu sein.
00:26:41: Das haben Sie auch erreicht!
00:26:42: Es ist ganz viel dran und es ist auch wie so etwas Appellatives auch in den deutschen Debatten an den Polit-Talk Shows.
00:26:51: Wenn da ein Chinatema wird, ist das so ein Hinweis?
00:26:54: Wir bräuchten auch mal so viel Speed.
00:26:56: Wir müssten uns mal radikal umkrempeln, wir müssten mal hier flott werden.
00:27:01: Aber sagt man konkretes Beispiel?
00:27:02: Woran machst du deine These fest?
00:27:04: Ja zum Beispiel an diesem Sorgenfall Deutsche Bahn.
00:27:08: da sieht man hier fünfzig Jahre wird da ein so einem Schienennetz und die Verspätung nehmen immer zu.
00:27:14: in der gleichen Zeit hat man in China eben das größte Schienenetz der Welt gebaut.
00:27:20: Ja das verstehe ich natürlich und Deutsche Bahn, wer versteht das nicht.
00:27:22: Aber woran machst du fest?
00:27:23: dass es China in Wirklichkeit gar nicht so gut geht wie man immer vermutet?
00:27:28: Genau jetzt kommt die Gegenprobe weil insgeheim leidet China.
00:27:32: wenn Deutschland daran leidet dass es so viel Stilllegung gibt Leidet China daran dass das Turbowachstum bisweilen unreguliert ist.
00:27:42: Das ist so der Befund.
00:27:43: Also das sehen wir daran, dass es zum Beispiel wenn ausgerufen wird Wir wollen spitze werden.
00:27:48: bei den Elektro Autos gibt's jetzt hundertvierzig Marken und davon sind Hundertdreißig verdammt unterzugehen.
00:27:56: Immer mal wieder entsteht eine Blase wie eben auch in dem Immobilien Sektor, wo die Bauindustrie weiß es so ein wichtiger Wirtschaftsfaktor ist.
00:28:04: Blindlings immer weiter baut mit Ponsieschemes, wo den Leuten Wohnungen verkauft werden, die nie fertig werden.
00:28:13: Es gibt eine Überproduktion von Akademikern, wo es dann eine Arbeitslosigkeit gibt.
00:28:19: Weil es gar nicht die Stellen gibt, die alle unterzubringen.
00:28:22: Also es wird dort viel und im Überschuss entwickelt.
00:28:25: Und das ist ein ganz anders gelagerte Grundproblematik.
00:28:29: Das können wir uns gar nicht vorstellen.
00:28:30: also Die leiden halt an ihrem Speed.
00:28:33: Die leiten an diesen Riesenwachstum.
00:28:36: Die Leiden an diesem Überschluss
00:28:38: Ja, was der Dirk sagt.
00:28:40: China hat ja – das müssen wir nicht betonen haben – eindruckende Fähigkeiten zu so einer Mobilisierung und so.
00:28:45: Also wenn der Staat dann ziel setzt, ist da Kapital als Industrie- und Forschung und Infrastruktur schnell gebündet.
00:28:51: Aber was Dürker sagt sind die Schattenseiten.
00:28:52: Das sind halt Überkapazitäten, lokale Verschuldungen, Immobilienblasen auch wenig Korrekturen durch den Marktfeedback.
00:28:59: Und es ist zwar eine faszinierende Größe weil die Sicherheit suggeriert aber dieses System baut Innen auch enorme Spannungen auf.
00:29:07: Also wir haben das ja auch in und nach der Corona-Zeit davor gesehen, enorm hohe Jugendarbeitslosigkeit und auch viele Themen die dann hier in den Debatten unterbelichtet waren.
00:29:17: Eine Sache ist mir aber immer noch nicht ganz klar.
00:29:18: Es wird auf der einen Seite immer gesagt, guckt euch mal an wie toll China das mit den E-Autos gemacht hat.
00:29:23: Also ich meine es ja erstmal ein Fakt dass da sehr viele E-autos rumfahren und die Ladestruktur auch besser ist als bei uns.
00:29:29: Und auf der anderen Seite ist China jetzt nicht unbedingt der Kreuzritter für den weltweiten Klimaschutz.
00:29:34: dort werden jedes Jahr zwischen hundertundhundertdreißig neue Kohlekraftwerke gebaut.
00:29:39: Wie geht China an das Thema Klimawandel überhaupt ran?
00:29:42: Oder ist das für die eher so ein Wirtschaftsprojekt, wo sie sagen da investieren wir weil.
00:29:47: Aber Klimawandeln an sich ist gar nicht so das Ding!
00:29:50: Also das ist auch eine differenzierte Lage, also durchaus ist das natürlich ein Riesenexportschlager was sich China da geschaffen hat mit der Solarindustrie wo sie weltweit führen sind.
00:30:03: Mit den Batterien und Speichersystemen wo Sie auch eine Spitzenstellung haben bei den E-Autos sowieso.
00:30:10: Das ist durchaus Export getrieben und da sieht China auch die Chance, große Märkte zu erschließen.
00:30:18: Weil sie haben jetzt Solarenergieerzeugung auf super günstige Preise gebracht.
00:30:24: Andererseits ist die Technologie nicht so weit – die grüne Technologie, dass Sie auf Kohle verzichten könnten!
00:30:31: Und das ist schlichtweg auch eine Notwendigkeit, um eben diese Riesenproduktion die dort läuft mit günstigem Strom und so weiter zu unterstützen.
00:30:40: Da sind sie dann ganz gnadenlos Denken, was durchaus eine Rolle spielt.
00:30:46: Gerade für den Staatenlänger.
00:30:48: Xi Jinping ist durchaus überzeugt das es wichtig ist.
00:30:52: Es kann Klimawandel verleugner wie Trump sondern sieht durchaus diese Zusammenhänge.
00:30:57: aber um die Spitzenposition der Produktion zu halten sind niedrige Strompreise auch notwendig.
00:31:04: Also ums kurz zu machen China denkt Klima nicht primär romantisch oder moralisch, wie es vielleicht manchmal dann im Westen ist sondern strategisch.
00:31:12: Grün ja aber nur wenns Wachstum Stabilität und Versorgungssicherheit nicht gewährleistet.
00:31:17: also eigentlich das sind radikal liberale Blick auf grüne Technologien.
00:31:21: man muss aber auch eins betrachten in China ging die Entwicklung immer so in drei Jahren, was in Deutschland zehn Jahre gedauert hat.
00:31:29: Ich erinnere noch Jahre, wo ich hingefahren bin, im November in Peking keinen Meter gucken konnte.
00:31:38: Es war ein bestialischer Smog!
00:31:41: Ich erinner mich auch nochmal an einen Besuch in Hongkong.
00:31:44: Da war ich auf der Promenade und man konnte von der Skyline gegenüber nicht sehen.
00:31:49: Was haben die Chinesen gemacht?
00:31:52: Foto-Poster, riesengroß hingestellt.
00:31:54: Die Leute haben sich vor diesem Poster fotografieren lassen und da war strahlend blauer Himmel auf dem Poster also sind auch sehr findig Fassaden aufzubauen und das so.
00:32:04: aber es gab dann doch durchaus eben gerade was Luftverschmutzung gibt eine sehr große Last auch viele Krankheitsfälle hohe Krebsraten.
00:32:14: Es ist dort schon auch viel für Umweltschutz getan worden, im Sinne des Bevölkerungsschutzes.
00:32:21: Und da ist auch eine grüne Ader bei den Chinesen angelegt – es sind viele auf einem Haufen und sie müssen mit den Ressourcen der Natur auch sorgsam umgehen, sonst vergiften Sie sich!
00:32:32: Zusammengefasst, Dirk.
00:32:33: Was sind die Punkte?
00:32:35: Ich mir vorstelle.
00:32:35: auf der nächsten Partie erzählt wieder jemand wie toll China ist.
00:32:39: was muss sich dem dann als Gegenargument bringen und sagen ja aber guckt ihr noch mal an ich habe es verstanden.
00:32:43: Jugendarbeitslosigkeit ist ein großes
00:32:45: Thema
00:32:46: Die Demografie also die große Gefahr dass China alt wird bevor es reich wird.
00:32:52: wir haben noch immer neunhundert Millionen Chinesen die nach europäischen Verhältnissen weit unter der Armutsgrenze leben.
00:33:01: Es ist eine komplexe Situation.
00:33:04: Wir sehen von außen natürlich mehr die Fortschritte, wir sehen sie auch weil natürlich dieses Wachstum und diese Fortschutzorientierung auch wie die mit KI optimistisch umgehen und der Bevölkerung auch zeigen die Roboter sind vielleicht unsere Zukunft weil die können dann den Demografiemangel an Arbeitsplätzen auch wieder reparieren.
00:33:26: das sind Sachen wo es uns anfiel mangelt.
00:33:30: Aber die Chinesen gucken auch bisweilen positiv auf den Westen.
00:33:36: Also sind ja sehr westlich beeinflusst, das hat die aus einer eng störigen Kultur den viel Weltläufigkeit gebracht.
00:33:44: Es gibt auch viele Orientierung nach wie vor an westlichen Filmen amerikanischen Serien.
00:33:51: Das sollte man nicht unterschätzen.
00:33:53: Die Situation ist viel differenzierter wenn man es aus der Binnenperspektive kennt.
00:33:58: Aber eine Sache, zum Schluss sollten wir auf jeden Fall noch mal erwähnen.
00:34:01: Vielleicht bist du da anderer Meinung aber nach allem was ich bisher gelesen habe bedeutet das immer sollte es China mal schlecht gehen oder schlechter steigt die Gefahr dass die Partei sagt so jetzt greifen wir Taiwan an.
00:34:13: Ich meine Es ist kein selbst gänger militärisch Taiwan einzunehmen davon Mal ganz abgesehen.
00:34:16: aber diese Gefahr wird ja immer so in Verbindung gebracht.
00:34:19: Ja das Risiko kann steigen wenn nicht automatisch.
00:34:23: Schwäche kann das natürlich aggressiver machen, kennt jeder durch äußere Konflikte die inneren Probleme zu überdecken.
00:34:29: Aber die Chinesen waren bisher immer eigentlich taktisch klug und auch strategisch klurg.
00:34:35: Was man jetzt bei Taiwan bedenken muss ist nicht nur Geopolitik, sondern Identitätsfrage.
00:34:40: Die Chinesinnen haben Taiwan nie aufgegeben.
00:34:42: Das ist ein innerer Teil von China.
00:34:44: Und da geht es um nationale Vollendung, Souveranität... Und gerade deshalb ist es auch gefährlich, Taiwan nur so rational militärisch zu betrachten.
00:34:54: Wir müssen auch die symbolischen Fragen dahinter dann entsprechend sehen.
00:34:58: Aber die Chinesen wissen glaube ich weil sie sind wirklich klug eine Invasion wäre auch kein Selbstgänger.
00:35:03: Militärisch wirtschaftlich geopolitisch.
00:35:05: Wir sehen das durch die Kriege in den letzten Jahren.
00:35:08: Das kann sich hinziehen über Jahre und eher dann starke ökonomische Folgen mit sich ziehen.
00:35:14: Es ist vielleicht
00:35:15: auch
00:35:15: wirklich wahrscheinlicher, dass sich Taiwan freiwillig China anschließen wird.
00:35:20: Denn auch die Situation in Taiwan ist ja politisch gespalten.
00:35:24: es gibt da ein Lager das ist provestlich das geht ganz klar gegen eine Wiedervereinigung aber es gibt so ein ziemlich starkes anderes politisches Lager.
00:35:33: Das ist das Vernünftigste, wenn wir so machen wie Hongkong dass wir gute Bedingungen aushandeln.
00:35:39: Dass die Prosperität hier weitergeht wird da nicht ständig dieses Damoklesschwert über uns haben.
00:35:46: Ich
00:35:46: könnte mir vorstellen, dass es da auch zu einer Wiedervereinigung kommt ähnlich wie Hong Kong.
00:35:52: Es ist ja auch nicht viel größer als Hong Kong am Ende des Tages.
00:35:56: Ich zum Schluss noch mal etwas, worüber man durchaus nachdenken muss.
00:35:59: Weil so habe ich das noch nie gesehen!
00:36:01: Das ist tatsächlich zu einer freiwilligen Wiedervereinigung kommen würde.
00:36:04: aber so wie du es geschildert hast könnte ja tatsächlich sein wir werden sehen.
00:36:09: auf jeden Fall war sehr gut durch dass du das Thema mitgebracht hast weil der Blick auf China ist sonst hab ich das Gefühl oft sehr einseitig.
00:36:16: also von wegen super macht und macht alles platt auf diesem planeten.
00:36:21: Ja, das freut uns auch immer.
00:36:23: Wenn wir so aus der großen weiten Welt nach Deutschland zurückkommen, dass wir dann den einen oder anderen Einblick teilen können.
00:36:31: Also ich sage vielen Dank für heute.
00:36:34: und einmal der Hinweis die nächste Folge kommt am achten Juli Und wir sind sehr gespannt auf eure Themen.
00:36:39: Dann Vielen Dank.
00:36:40: Wir danken Vielen Dank Marcel.
00:36:42: Danke Marcel.
00:36:43: Das war das Marktpsychogramm Menschen
00:36:47: Marken Medien
00:36:50: Ein Maskenau Podcast mit dem Institut
00:36:53: Concept
00:36:54: M und Marcel Becker.
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